Brand einer Scheune in Immendingen, Feuer (Foto: Pressestelle, Freiwillige Feuerwehr Immendingen)

1.000.000 Liter Wasser über Schlauchleitung gepumpt

Feuerwehr Immendingen geht Wasser aus - Scheune komplett abgebrannt

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Thomas Scholz

Beim Brand einer Scheune bei Immendingen ist der Feuerwehr am Sonntag das Löschwasser ausgegangen, weil ein Bach ausgetrocknet war. Eine kilometerlange Schlauchleitung musste her.

"Die Scheune stand schon im Vollbrand, als wir mit dem Löschzug angekommen sind", sagte Einsatzleiter Winfried Heitzmann von der Freiwilligen Feuerwehr Immendingen (Kreis Tuttlingen) im SWR-Interview. Das aus drei Gebäuden bestehende Anwesen liegt gut einen Kilometer außerhalb des Immendinger Teilortes Ippingen.

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Laut Heitzmann hatten die Einsatzkräfte genug Wasser in Tanklöschfahrzeugen, um zu verhindern, dass die Flammen auf ein Wohnhaus und ein Holzlager übergreifen. Die Scheune aber war nicht mehr zu retten. Die Trinkwasserleitung vor Ort sei zu schwach für große Löscheinsätze. Normalerweise könne man aus einem Bach in der Nähe der Gebäude ausreichend Wasser zum Löschen pumpen. Der sei aber nahezu ausgetrocknet, so Heitzmann.

Brand einer Scheune in Immendingen - Löscharbeiten der Feuerwehr (Foto: Pressestelle, Freiwillige Feuerwehr Immendingen)
Auch mit noch mehr Wasser wäre die Scheune nicht zu retten gewesen. Pressestelle Freiwillige Feuerwehr Immendingen

Wegen Niedrigwasser: kilometerlange Schlauchleitung

Wegen des Wassermangels aus dem Bach habe man zunächst einen Pendelverkehr mit Tankfahrzeugen eingerichtet und mehrere tausend Liter herbeigeschafft, so Heitzmann. Parallel dazu habe man begonnen, eine über zwei Kilometer lange Schlauchleitung zu einem Weiher zu legen. Über diese Leitung wurde dann 14 Stunden lang Wasser gepumpt, um die in der Scheune gelagerten Stroh- und Heuballen zu löschen.

Brand einer Scheuene in Immendingen - Totale von Löscharbeiten (Foto: Pressestelle, Freiwillige Feuerwehr Immendingen)
Kilometerlange Schläuche mussten wegen Niedrigwasser im nahegelegenen Bach Wasser aus einem Weiher liefern. Pressestelle Freiwillige Feuerwehr Immendingen

Herausforderung beim Löschen: gepresste Strohballen

Gepresste Strohballen sind sehr schwer zu löschen. "Sie brennen wie Briketts", sagte Feuerwehrmann Winfried Heitzmann. Deshalb habe man den Bagger einer Baufirma und einen Radlader des Technischen Hilfswerks geholt. Die hätten die brennenden und glühenden Ballen aus der Scheune gezogen und im Freien abgelegt. Dort habe die Feuerwehr sie löschen können. Dazu, so hat Heitzmann ausgerechnet, seien rund eine Million Liter Wasser aus dem Weiher gepumpt worden. Hätten die Einsatzkräfte versucht, die Ballen in der Brandruine zu löschen, hätten sie tagelang dafür gebraucht, schätzt er.

Feuerwehr Immendingen versucht glühende und rauchende Strohmassen einer Scheune zu löschen (Foto: Pressestelle, Freiwillgie Feuerwehr)
Gepresste Stroh- und Heuballen zu löschen, dauert sehr lange und braucht viel Wasser. Pressestelle Freiwillgie Feuerwehr

Hitze und Trockenheit: Solche Situationen passieren häufiger

Vor Jahrzehnten habe am Einsatzort von Sonntag schon einmal ein Scheune gebrannt, berichtete Abteilungskommandant Heitzmann. Damals sei das Löschen kein Problem gewesen, da der Bach bei dem Anwesen mehr als genug Wasser geliefert habe. Inzwischen könne man sich darauf nicht mehr verlassen.

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Mit Blick in die Zukunft müsse man sich in der Gemeinde Gedanken machen, wie man sich auf solche Situationen besser vorbereiten könne. Denn es gebe noch mehr solcher Anwesen wie das, das in der Nacht auf Sonntag in Brand geraten war. Aber die brennende Scheune voller Strohballen, da ist sich der erfahrene Feuerwehrmann sicher, hätte man auch mit mehr Wasser nicht retten können.

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