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Bei der Maschinenbau-Firma Mehrer aus Balingen (Zollernalbkreis) gilt seit einem Monat der Hygiene- und Corona- Ausnahmezustand. Und das klappt erstaunlich gut, sogar vorbildlich.

Schon am Empfang ist alles anders: Maske, Einweghandschuhe, Selbstauskunft. Höfliche Gesten statt Handschlag. Auf jeder Tür klebt ein freundliches Schild mit den Corona Verhaltensregeln.

Chef selbst in Quarantäne

Auslöser war der Chef selbst, der nach dem Skiurlaub in Südtirol in Quarantäne musste. Zusammen mit dem Betriebsrat wurde schnell gehandelt. Kurzarbeit sollte verhindert, der Betrieb aufrecht erhalten und die Mitarbeiter geschützt werden, sagt Geschäftsführer Jörg Peter Mehrer. Er erinnert sich an die ersten Tage. "Wer kann ins Homeoffice? Welche Computer brauchen die Leute an Computern?" Solche Fragen mussten schnell beantwortet werden. Dann seien PCs beschafft worden und die IT-Abteilung habe unter Hochdruck gearbeitet. Gleichzeitig wurde nach Desinfektionsmitteln geschaut.

Mundschutzmasken aus China

Außerdem wurde auf den Schichtbetrieb umgestellt. Die Mitarbeiter in der Montage halfen in der Produktion aus, die Büros in der Entwicklung sind leer. Ein solidarisches Signal kam von chinesischen Kunden: ein Paket mit 2.400 Mundschutzmasken. Noch können wir alles aufrecht erhalten, sagt Mehrer. Bestehende Aufträge werden abgearbeitet, aber neue kommen nicht rein. Deswegen fragt er sich auch, ob der Familienbetrieb die schwierige Zeit überstehen kann.

Neue Vertriebswege überlegen

Aber Mehrer wäre kein schwäbischer Unternehmer, wenn er sich nicht schon jetzt Gedanken über künftige Vertriebswege machen würde. "Sind Messebesuche das, was wir wollen? Wie wird sich die Vertriebslandschaft verändern?" Auch darauf wollen Antworten gefunden werden. Doch so eine Krise schmiedet auch zusammen. Was seine Mitarbeiter bisher geleistet haben, sei toll, sagt der Chef. Und Betriebsrätin Jessica Jelita ist froh, dass der Betrieb weiter läuft und noch alle arbeiten dürfen und können. 

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