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Der vom Land einberufene "Expertenkreis Aerosole" legt Ergebnisse vor, was gegen Coronaviren in der Luft hilft. In dem Gremium sitzt auch der Tübinger Virologe Thomas Iftner. Er warnt vor ungeprüften Luftfilteranlagen.

Die Alltagsmasken aus Stoff, die ja von vielen Menschen getragen werden und oftmals zu Hause genäht werden, helfen wenig, sagt der Direktor des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Tübingen. Für Professor Thomas Iftner sind sie nur als Spuckschutz gedacht.

OP-Masken besser als Stoffmasken

Viel sinnvoller seien OP-Masken und Mund- und Nasenschutz, der auch eine DIN-Norm hat. Da habe man einen wesentlich höheren Schutz vor dem Ein- und Ausatmen der Aerosole, also der kleinen Luftpartikel in der Luft. Das sind Einweg-Masken, die auch der Chirurg im Operationssaal trägt. Diese medizinischen Masken hätten einen Rückhaltegrad von bis zu 90 Prozent, so der Tübinger Virologe.

"Plexiglas-Untertassen" ungeeignet

Die nicht-medizinischen Alltagsmasken lägen nur im unteren Bereich bei 10 Prozent. Am schlimmsten sind laut Iftner Plexiglas-Untertassen, die unter der Lippe getragen werden. Sie seien nur ein Spuckschutz, mehr nicht. Auf jeden Fall solle man die OP-Maske tragen, empfielt der Experte, dann könnte der Wert an Aerosolen in der Luft deutlich niedriger werden.

Vorsicht bei Luftfilteranlagen ohne Prüfzeichen

Schon drei Minuten lüften helfe, die Luft im Raum zu verbessern, so Iftner. Bei zuviel Lüften werde die Raumtemperatur gesenkt und mit jedem Mal falle auch die Bereitschaft weiter zu lüften. Was die Luftfiltergeräte angeht, muss man laut Iftner aufpassen. Nicht alle Geräte seien wirksam. Das Problem sei, dass viele Geräte kein Prüfzeichen hätten und HEPA zwar genannt werde. Das sei aber kein Qualitätszeichen. Laut dem Tübinger Virologen halten viele Innenraumfilter nicht das, was sie versprechen.

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