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"Die müsst ihr euch unbedingt anschauen", hieß es von einem langjährigen Hörer, Helmut Schäfer. Gesagt, getan: Auf nach Enzklösterle (Kreis Calw), um die vier jungen Hirschkälber kennenzulernen.

Es dauerte nicht lange, bis sich die Hirsche - Männlein, Weiblein und Kids - aus der Deckung wagten. Denn wenn sie Motorgeräusche entlang ihres Geheges bei Enzklösterle hören, kommen sie schnell an den Zaun gelaufen. Da wissen sie: Gleich gibt es was zu Futtern.

Hirschkälber bevorzugen Milch

Die vier Kleinen, die alle von unterschiedlichen Müttern, aber einem Hirsch stammen, bleiben immer in der Nähe der Herde. Sie sind jetzt drei bis sieben Wochen alt. Noch ist das Kraftfutter aus Mais, Gerste, Weizen und Sojaschrot nichts für sie, erklärt Michael Brendenhagen, Förster in Enzklösterle.

Hirchkalb trinkt bei der Mutter (Foto: SWR, Tobias Rager)
Noch bevorzugen die Hirschkälber die Muttermilch. Tobias Rager

Wird das mal ein Hirsch oder eine Hirschkuh?

Am Körper der Hirschkälbchen ist noch nicht zu erkennen, ob sie ein Männlein oder Weiblein sind. Aber an der Art wie sie pinkeln, sagt Brendenhagen: Fließt der Strahl nach vorne gerichtet, wird es ein Hirsch, fließt der Urin nach hinten, wird aus dem Hirschkalb eine Hirschkuh, so heißen die Weibchen.

Förster Michael Brendenhagen mit Tocher July (Foto: SWR, Tobias Rager)
Michael Brendenhagen kümmert sich mit seiner Familie um die Tiere. Tochter July schaut immer wieder mit ihm nach dem Rechten. Tobias Rager

"Im Herbst werden die vier Kleinen nach und nach ihre weißen Flecken auf dem Fell verlieren. Die haben sie nur in den ersten Monaten."

Hirsch im Rotwildgehege in Enzklösterle (Foto: SWR, Tobias Rager)
Nein, er ist nicht der Erzeuger der vier kleinen Kälber! Das war sein Vorgänger, der jetzt in Baiersbronn im Tonbachtal lebt. Er ist noch neu im Gehege und kommt aus Stockach am Bodensee. Sein Geweih entwickelt sich schon prächtig. Ob es im kommenden Jahr auch so viel Nachwuchs von ihm geben wird? Tobias Rager

Frecher Hirsch und neugierige Hirschkühe

Michael Brendenhagen muss ständig irgendwo neue Löcher im Zaun flicken. Der Hirsch drückt den Zaun wohl immer wieder mit seinem Geweih nach oben, und das nutzt dann die eine oder andere Hirschkuh, um auszubüxen und auf Tour zu gehen. Pünktlich zur Futterzeit sind sie dann aber alle wieder zurück. "Darauf ist Verlass", lacht Brendenhagen. Liebe geht eben durch den Magen.

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