Visualisierung des Präventions-und-Nachsorgezentrum, das in Hülben entsteht. Es wird von der VitalCare Hülben GmbH betrieben. Das PORT Gesundheitszentrum Hülben soll zur Anlaufstelle für Menschen mit chronischen Erkrankungen werden. (Foto: Gemeinde Hülben)

Gegen Ärztemangel auf dem Land

Genossenschaftliches Gesundheitszentrum in Hülben

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In Hülben soll ein bislang einmaliges Gesundheitszentrum entstehen, mit allen medizinischen Einrichtungen am Ort. Seit Anfang April existiert ein erster Teil davon.

Ein medizinisches Versorgungszentrum mit drei Ärztinnen gibt es bereits in Hülben (Kreis Reutlingen). Ziel dabei war für Bürgermeister Siegmund Ganser nicht nur, Patienten im Ort kurze Wege zu ermöglichen. Wichtig sei auch, dass die Ärztinnnen ihre Patienten mit deren Hintergründen und Krankheitsverläufen kennen, anders als wechselnde Fachleute in Krankenhäusern oder Ärztezentren in den nahegelegenen Städten.

Genossenschaft ohne Gewinninteresse

Noch im diesen Jahr soll ein PORT-Gesundheitszentrum entstehen, in dem es auch ein Vor- und ein Nachsorgezentrum gibt. Möglich werde das durch ein Genossenschaftsmodell, so der neue Geschäftsführer des Praxiszentrums in Hülben, Martin Felger. Träger des neuen Gesundheitszentrums sind die Gemeinde Hülben selbst sowie die Gemeinden Erkenbrechtsweiler und Grabenstetten. Profit solle die Genossenschaft nicht abwerfen, nur die Gesundheitsversorgung auf dem Land gewährleisten, so Felger. Die Robert Bosch Stiftung unterstützt das Projekt mit 500.000 Euro.

Ähnliche Struktur in Calw

In Calw hat Felger bereits ein ähnliches Genossenschaftsmodell ins Leben gerufen. Das Ziel in beiden Fällen: Ärzte aufs Land zu holen und Investoren, denen es nur ums Geld geht, zu vermeiden. Die Ärzte sind angestellt, nicht selbstständig.

Die Genossenschaften, so der Gedanke dahinter, nehmen den Ärzten Verwaltungsaufgaben ab, sorgen für die technische Ausstattung und unterstützen bei der Suche nach neuen Kolleginnen und medizinischen Fachangestellten. Junge Ärzte sollen die Möglichkeit haben, ohne wirtschaftliche Risiken in jedem beliebigen Stundenumfang in diesen Genossenschaften zu arbeiten.

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SWR