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Das Geschäft brummt bei den IT-Dienstleistern in Reutlingen, Tübingen, Pliezhausen oder Walddorfhäslach - einerseits. Andererseits haben sie in manchen Geschäftsbereichen wegen Corona auch Einbußen.

Die Datagroup in Pliezhausen ist im Service-Bereich mehr als ausgelastet, weil viele Leute im Homeoffice IT-Beratung brauchen. Mit deren Anfragen hat auch ZDS Bürosysteme in Walddorfhäslach mehr zu tun als je zuvor. Viele Kunden, so Geschäftsführer Wilfried Zieringer, haben unter dem Zeitdruck der frühen Krise Ausrüstung fürs Homeoffice angeschafft, die nicht zusammenpasst. Er müsse dann herausfinden, wo es hakt - und ob die Verbindung so sicher ist, wie es die jeweiligen Daten - etwa im Gesundheitsbereich - erfordern.

Laptop (Foto: dpa Bildfunk, Lisa Ducret)
Ein Arbeitsplatz zuhause ist schnell eingerichtet - oft ist aber viel Beratung nötig, bis er dann auch funktioniert. Lisa Ducret

Neue Aufgaben

Die Reutlinger Firma Morgenstern hat dank der Corona-Verordnungen ganz neue Aufgaben. Sie entwickelt etwa Computerprogramme, mit denen Friseure oder Gastwirte die Daten ihrer Besucher erfassen können. Damit kann man notfalls versuchen, Infektionsketten nachzuverfolgen.

Ruhende Aufträge

In anderen Bereichen bei Morgenstern herrscht indessen Flaute. Service-Mitarbeiter, die sonst die Computer-Anlagen bei Firmen betreut haben, dürfen vielfach nicht mehr rein.

Vorsichtige Investoren

Auch viele Investoren halten sich derzeit sehr zurück. Die Datagroup in Pliezhausen musste deshalb Projekte auf Eis legen. Auch Frank Dürr, Geschäftsführer der jungen Tübinger Firma acameo, war wegen abwartender Investoren bereits entschlossen, Soforthilfe zu beantragen. Dann stellte er aber fest, dass die Nachfrage beim Anlegen und Betreuen von Internetseiten sprunghaft anstieg - schlagartig war das Internet für viele Geschäftsleute zur einzigen Möglichkeit geworden, mit Kunden in Kontakt zu bleiben.

Wir arbeiten gerade sehr sehr viel, für uns ist Ostern ausgefallen, an den Wochenenden ist viel zu tun. Wir versuchen aber dann schon, wieder von der Sieben-Tage-Woche auf die Fünf-Tage-Woche zurückzukehren. Langsam normalisiert es sich auch. Aber wir sind aktuell gefragt wie noch nie.

Frank Dürr, IT-Dienstleister
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