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Das Hechinger Landgericht hat zwei Männer zu Gefängnisstrafen verurteilt. Sie haben sich zum Kauf von Waffen verabredet. Es war der dritte Prozess in diesem Fall. Der ursprüngliche Vorwurf: Verabredung zum Mord.

Der Hauptangeklagte bekam am Dienstag sechs Jahre Gefängnis, sein Komplize drei Jahre und acht Monate. Damit fielen die Urteile deutlich milder aus als in den ersten beiden Verfahren. Der Bundesgerichtshof hatte die Urteile zwei Mal gekippt. Der ursprüngliche Vorwurf, eine Verabredung zum Mord, war laut BGH nicht erwiesen. Jetzt wurden die Männer wegen Verabredung zum unerlaubten Erwerb von Kriegswaffen verurteilt.

Angeblich Racheakt geplant

2016 wurde der Bruder des Hauptangeklagten auf offener Straße ermordet. Er war aus einem fahrenden Auto vor einem Spielkasino in Hechingen abends erschossen worden. Der Fall hatte in der Zollernstadt für viel Aufsehen gesorgt. Der jetzige Angeklagte und sein Komplize hatten daraufhin versucht, Waffen für einen Racheakt zu besorgen. Den beiden Angeklagten wurde deshalb im ersten Verfahren vorgeworfen, Anschläge auf den inzwischen verurteilten Todesschützen und seine Familie geplant zu haben. Sie sollen vereinbart haben, Handgranaten und ein Gewehr zu besorgen. Die Pläne wurden allerdings nicht umgesetzt.

BGH bemängelte auch Strafmaß

Die Landgerichtsurteile aus den Jahren 2018 und 2019 hatten vor dem Bundesgerichtshof (BGH) keinen Bestand. Die Richter hatten das Anschlagsvorhaben der beiden als nicht konkret genug bewertet. Der Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, der ihnen ebenfalls vorgeworfen wurde, blieb von der BGH-Entscheidung jedoch unangetastet. In einem zweiten Prozess wurde die Mordabsicht dann fallen gelassen, doch das Strafmaß für den geplanten Waffenkauf wurde vom Bundesgerichtshof erneut bemängelt.

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