Universitätsklinikum Tübingen und Medizinische Fakultät Tübingen (Foto: Marie-Luise Koschowsky)

Geld für dringend benötigte Neubauten fehlt

Bilanz: Uniklinik Tübingen meistert Corona-Pandemie

STAND

Die Uniklinik Tübingen hat die Herausforderungen der Pandemie gemeistert. Aber manche Bereiche wie die Kinder- und Jugendpsychiatrie müssten dringend ausgebaut werden.

Das Uniklinik Tübingen hat die zahlreichen Herausforderungen der Pandemie in einem großen gemeinsamen Kraftakt bislang recht gut gemeistert, so der Tenor der Jahrespressekonferenz. Viele sehr schwer an Covid erkrankte Patienten wurden auf der Intensivstation behandelt, ein Drittel davon mit der besonders aufwändigen künstlichen Lunge ECMO.

Die Corona Intensivstation an der Uniklinik Tübingen (Foto: SWR, Annika Werner)
Die Corona-Intensivstation der Uniklinik Tübingen Annika Werner

Etliche der Intensiv-Patienten waren aus anderen Kliniken in der Region nach Tübingen verlegt worden. Von den fast 300 auf der Intensivstation betreuten Covid-Patienten starb ein Drittel. Mit dem Aufbau und Betrieb des Impfzentrums und dem Einsatz von bis zu 35 mobilen Impfteams, die bis an den Bodensee unterwegs waren, hat das Uniklinikum nach Angaben der Verantwortlichen eine eineinhalbjährige Maximalbelastung hinter sich gebracht.

Lange Wartezeiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Für einen dringend benötigten Anbau der Jugendpsychiatrie am Tübinger Universitätsklinikum fehlt das Geld. Wie Uniklinik mitteilte, könnte das auf rund 15 Millionen Euro veranschlagte Projekt eigentlich sofort umgesetzt werden. Es würden aber die Gelder der öffentlichen Hand fehlen. Dabei würde der Anbau mit drei zusätzlichen Stationen dringend gebraucht. Denn bereits vor der Pandemie war die Kinder- und Jugendpsychiatrie überlastet. Seither haben die Notaufnahmen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie noch um 30 Prozent zugenommen. 120 Kinder stehen nach Angaben der Uniklinik auf einer Warteliste zur dringenden Aufnahme, 110 warten auf einen Platz in der Tagesklinik. Die Wartezeit dafür beträgt derzeit ein Jahr.

Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Foto: SWR)
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tübingen ist völlig überlastet

Wohnheim können gebaut werden

Die dringend benötigten Wohnheime für Mitarbeiter dagegen werden nach Angaben der Uniklinik gebaut. Für sechs Personalwohnheime und drei Schülerwohnheime sind Investitionen von 62 Millionen Euro vorgesehen, die über Kredite finanziert werden. In etwa drei Jahren sollen die Wohnheime bezugsfertig sein. Allerdings klafft durch den Stopp des KfW-Förderprogramms eine Lücke von 10 Millionen Euro in der Finanzierung.  

 Nationales Tumorzentrum startet 2023

Bereits 2020 hat die Uniklinik den Zuschlag für einen von bundesweit sechs Standorten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen erhalten. Wie die Klinik jetzt mitteilte, soll für das Tumorzentrum ein neues Gebäude gegenüber des Gesundheitszentrums gebaut werden. In einem ersten Bauabschnitt für rund 50 Millionen Euro sind in dem Neubau unter anderem eine Tagesklinik, eine Ambulanz und Forschungsbereiche vorgesehen. Unabhängig von dem Neubau kann das Tumorzentrum aber bereits im kommenden Jahr mit der Arbeit beginnen. Bisher sind nationale Tumorzentren nur in Heidelberg und Dresden in Betrieb.

Mehr zum Thema

Tübingen

Appell von Intensivmedizinern: Bevölkerung soll sich impfen lassen Corona-Lage an der Uniklinik in Tübingen immer angespannter

Die Lage auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Tübingen ist angespannt. Intensivmediziner rufen zur Corona-Impfung auf.  mehr...

Tübingen

Einblick in die Corona-Intensivstation Viel Aufmerksamkeit für Tübinger Lehrvideo zur Behandlung von Covid-Kranken

Ein Lehrvideo der Uniklinik Tübingen bekommt noch immer viel Resonanz im Netz. Es zeigt, was passiert, wenn ein Patient mit Covid-19 auf die Intensivstation kommt.  mehr...

Tübingen

Steigende Corona-Zahlen sorgen für zusätzliche Belastung An der Uniklinik in Tübingen fehlt Pflegepersonal für Intensivbetten

Die Uniklinik in Tübingen hat vier Betten auf der Intensivstation gesperrt. Es fehlt Personal. Wegen steigender Corona-Zahlen müssen möglicherweise Operationen verschoben werden.  mehr...

STAND
AUTOR/IN