Persönliche Medizin für Patienten möglich

Neue Apotheke an Tübinger Uniklinik

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Mit einem Festakt wurde der Neubau der Apotheke der Uniklinik übergeben. Das Land hat rund 21 Millionen Euro investiert.

Die Apotheke versorgt unter anderem die gesamte Klinik mit Medikamenten. Der Neubau liegt mitten im Versorgungszentrum des Klinikums auf dem Tübinger Schnarrenberg. Die Klinikleitung verspricht sich dadurch kürzere Wege und schnellere Lieferungen.

Apotheker der Uniklinik Tübingen im neuen halbautomatischen Logistikzentrum der Uniapotheke  (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Apotheker der Uniklinik Tübingen im neuen halbautomatischen Logistikzentrum der Uniapotheke Markus Beschorner

Modernste Sortieranlage in Deutschland

Herzstück des Lagers und der Logistikabteilung ist eine neue Kommissionieranlage. Sie sortiert die Arzneibestellungen der Stationen automatisch. Auf einem grünen Transportband kommen die Medikamentenpäckchen in die Verteilstation, werden gescannt und landen vollautomatisch in Kisten, die anschließend auf die Stationen gebracht werden. 32 dieser Kisten können in der Logistikzentrale gleichzeitig gefüllt werden. Früher mussten die Angestellten das alles von Hand machen. Für die logistischen Abläufe sei das ein Quantensprung, erklärt Apotheker Wolfram Reimann.

Uniklinik kann jetzt eigene personalisierte Medizin herstellen

Die Uniklinik muss Medikamente selbst herstellen, weil sich manche Präparate für die Pharmafirmen nicht lohnen, die Klinik sie aber dringend braucht. Auch auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Arznei oder Infusionen kann die Uniklinik in den neuen Laboren jetzt selbst herstellen. Das sei vor allem für Krebspatienten oder die Ernährung von Frühgeborenen wichtig, erklärt Klinikchef Michael Bamberg. Die Klinik ist dadurch auch weniger abhängig von den Produktionskapazitäten der Pharmafirmen. Corona habe deutlich gezeigt, was drohe, wenn Lieferengpässe entstehen, sagte Chefapotheker Hans-Peter Lipp. Man sei in den vergangenen Monaten sehr froh darüber gewesen, dass die Apotheke Narkotika für die Intensivstationen selbst herstellen könne.

Klinikchef Bamberg, Ministerialdirektor Reiter, Finanzstaatssekretärin Splett und Baudirektor Hölting von Vermögen und Bau Baden-Württemberg bei der Schlüsselübergabe (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Klinikchef Bamberg, Ministerialdirektor Reiter, Finanzstaatssekretärin Splett und Baudirektor Hölting von Vermögen und Bau Baden-Württemberg bei der Schlüsselübergabe Markus Beschorner

Vier Jahre nach dem Spatenstich wurde der Neubau mit einem Festakt eröffnet. Die Bauarbeiten während des laufenden Betriebs auf dem Gelände des Uniklinikums seien eine große Herausforderung gewesen, berichtete Baudirektor Andreas Hölting von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Das Projekt sei damit ein gutes Beispiel für ressourcen- und flächenschonendes Bauen. Das 65 Jahre alte Gebäude der früheren Uniapotheke habe den heutigen Anforderung an Logistik und Labore nicht mehr entsprochen, so Hölting.

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