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Die Corona-Regeln werden immer wieder als unklar oder gar verwirrend empfunden. Auch jetzt im verlängerten Lockdown, denn im Moment ist unklar, wie es in Schulen und Kitas weiter geht. Handel und Gastronomie bangen um die Zukunft.

Der Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Kreis Tübingen und Reutlingen, Manfred Schechinger, kritisierte im SWR Landeskultusministerin Eisenmann (CDU), weil sie nicht klar sage, wie und wann die Schulen tatsächlich aufmachen können und sollen. Lehrkräfte vermissen eine grundsätzliche Regelung, ab welcher Inzidenz welche Vorgehensweisen in Kraft treten sollen, so Schechinger, der selbst Lehrer in Reutlingen ist.

Kita-Öffnungen noch nicht geregelt

Auch Claus Mellinger von der Landeselternvertretung für Kindertagesstätten vermisst mehr Planungssicherheit. Denn noch habe die Landesregierung nicht gesagt, nach welchen Kriterien entschieden wird, wenn es um die Öffnung der Kitas geht, beklagt der Vater aus Reutlingen. Man wäre extrem froh, wenn man baldmöglichst wissen würde, ob die Kitas wieder öffnen werden. Am liebsten wäre Mellinger, wenn man zum "Regelbetrieb zu Pandemiebedingungen" zurückkehren könnte. Das habe die letzten Monate gut geklappt.

Lockdown trifft Gastronomiegewerbe (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Gastwirtschaften haben weiterhin geschlossen Picture Alliance

Geschlossene Gastronomie nicht effizient

Die Industrie- und Handelskammer Reutlingen bedauert ebenfalls, dass mit der Lockdown-Verlängerung viele Unternehmer nicht wissen, wie es weitergeht. Liefer- und Abholservices fingen die Ausfälle nur bedingt auf. Die pauschale Schließung ganzer Branchen - wie etwa das Gastgewerbe - habe das Infektionsgeschehen nicht wesentlich gebremst. IHK-Geschäftsführer Epp fordert mehr Tests, um Infektionsherde genauer zu erkennen.

Bund müsste Hilfsgelder schneller fließen

Nach bald zehn Wochen Schließung müssten jetzt dringend die staatlichen Hilfsgelder kommen. Das forderte der Landesvorsitzende des Hotel- und Gaststättengewerbes, Fritz Engelhardt, im SWR-Gespräch. Es herrsche Alarmstimmung unter den Gastronomen, sagte der Pfullinger: Bis heute gebe es Betriebe, die weder eine Anzahlung noch den zustehenden Betrag erhalten haben. Die Betriebe hätten jetzt seit zwei Monaten keine oder nur wenig Einnahmen, dafür müssten sie Pacht zahlen und Löhne vorstrecken. Laut Engelhardt bringt sie das in Bedrängnis. Viele seien wütend und verzweifelt, weil man nicht rechtzeitig die Auszahlungen oorganisiert habe.

Einnahmen fehlen, Waren liegen

Der Handel- und Gewerbeverein Albstadt-Ebingen (Zollernalbkreis) reagiert besorgt auf die Verlängerung des Lockdowns. Zwar werde die Abholung bestellter Waren per Click and Collect ab Montag erlaubt, aber das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sagte HGV-Vorsitzende Manuela Früholz. Die Einnahmen fehlen, die Waren liegen, vor allem in der Modebranche, die es ganz hart treffe. Viele Läden wüssten nicht, ob sie nochmal aufmachen könnten.

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