Das Tuttlinger Freibad aus der Vogesperspektive gesehen (Foto: Stadtwerke Tuttlingen)

OB Beck: "Müssen mit ernster Lage rechnen"

Gasversorgung: Tuttlingen richtet Krisenstab ein - Freibad künftig nur eingeschränkt beheizt

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Die Stadt Tuttlingen befürchtet massive Probleme bei der Gasversorgung. Deshalb wurde ein eigener Krisenstab eingerichtet.

Die Stadt Tuttlingen bereitet sich auf einen möglichen Gasstopp aus Russland vor. "Mit diesem Fall müssen wir rechnen", erklärt SWT-Geschäftsführerin Dr. Branka Rogulic in einer Mitteilung. "Die Folgen einer solchen Krise werden wir alle deutlich spüren. Schließlich beziehen wir rund 50 Prozent unseres Gases aus Russland", so Rogulic. Auch Oberbürgermeister Michael Beck appelliert an die Bürgerschaft, sich auf Schwierigkeiten einzustellen:

"Wir müssen mit einer Situation rechnen, die niemand von uns je erlebt hat."

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Badewasser im Freibad wird nur noch mit Sonne beheizt

Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass tatsächlich ein Gasstopp eintritt, lasse sich nicht sagen. Mit dem Krisenstab wolle man auf alle Fälle vorbereitet sein und bereits jetzt den Gasverbrauch senken, so die Stadtverwaltung. Beschlossen wurde schon, die Temperatur im Freibad herunter zu fahren. Das Badewasser soll schrittweise statt mit einem Mix aus Gas und Sonne nur noch mit Sonnenwärme beheizt werden.

Mögliche Szenarien werden durchgespielt

Außerdem werde gerade festgelegt, wie stark mit Beginn der Heizperiode einzelne Gebäude noch beheizt werden müssen. So sei zum Beispiel der Eigenbetrieb Tuttlinger Hallen schon dabei, sämtliche Veranstaltungen aus der Angerhalle in die Stadthalle zu verlegen. Die Stadthalle hängt nämlich an einem Hackschnitzel-Kraftwerk, während die Angerhalle mit Gas beheizt wird.

Michael Beck, Oberbürgermeister von Tuttlingen (Foto: SWR, Hardy Faißt)
Michael Beck, Oberbürgermeister von Tuttlingen. Hardy Faißt

Bürgermeister ruft zum Energiesparen auf

Man wolle keine Panik schüren, sagte Oberbürgermeister MIchael Beck im SWR-Interview, aber man wolle vorbereitet sein. Neben dem Freibad gebe es in Tuttlingen auch noch das Tu-Wass, ein Freizeit- und Thermalbad, das ebenfalls zusätzlich beheizt werde. Auch da werde jetzt darüber nachgedacht, wie man Gas sparen könne. Außerdem überlege man, welche Gebäude und Liegenschaften im Tuttlingen man im Ernstfall stilllegen könne, so der Oberbürgermeister. Da gehe es etwa um Sporthallen oder Rathäuser in den Stadtteilen.

Da viele Mieter Probleme mit den explodierenden Energiekosten haben, überlege man in Tuttlingen, Wärmehallen für Menschen einzurichten, deren Wohnungen nicht mehr warm sind. Beck hofft allerdings, dass es nicht so weit kommen wird. Er appellierte an die Bevölkerung, die Lage ernst zu nehmen, bereits jetzt Gas zu sparen und Geld für steigende Energiekosten zurückzulegen.

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