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Fieberhaft wird nach einem Wirkstoff gegen das Coronavirus gesucht. Das Institut für Tropenmedizin in Tübingen will ein Medikament für Infizierte testen. Am Mittwoch soll die Zulassung beantragt werden.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Chloroquin heißt das Medikament, das eigentlich zur Behandlung von Malaria eingesetzt wird. In Italien und China wird es allerdings schon seit Wochen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 verabreicht. Ob das sinnvoll ist, will das Tübinger Tropeninstitut jetzt herausfinden.

Ethikkommission will schnell entscheiden

Dazu muss es bei der Tübinger Ethikkommission die Zulassung für die klinische Studie, also dem Test am Menschen, beantragen. Bereits 24 Stunden später will die Ethikkommission mitteilen, ob sie zustimmt oder nicht. Das sei eine sensationelle Geschwindigkeit, so der Direktor des Tropeninstituts Peter Kremsner. Normalerweise dauere so eine Entscheidung einiges länger.

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In vier Wochen erste Ergebnisse

Kommt die Zustimmung, sollen bereits nächste Woche erste Tests an Corona-Erkrankten beginnen. Dazu wird einem Teil der Patienten Chloroquin verabreicht, ein anderer Teil bekommt Placebos, also unwirksame Stoffe. Man hofft bereits in vier Wochen erste Ergebnisse zu haben und dann möglicherweise mit der Behandlung zu beginnen, so Kremsner.

Alle ziehen an einem Strang

Auch das Paul-Ehrlich-Institut - dem Bundesinstitut für Impfstoffe und Biomedizinische Arznei -und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte würden bei der Zulassung von Studien nicht blockieren, sondern helfen etwas voranzubringen, sagte Kremsner.

Impfstoff von Curevac

Das Tropeninstitut arbeitet auch mit dem Tübinger Unternehmen Curevac zusammen. Es forscht seit Januar an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Klinische Studien sollen dafür im Juni beginnen.

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