Schule während Corona-Pandemie untersucht

Tübinger Studie: Distanzunterricht funktioniert - mit persönlichem Kontakt

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Schülerinnen und Schüler können Fernunterricht am besten verfolgen, wenn sie auch persönlichen Kontakt mit den Lehrkräften haben. Das zeigt eine Studie an der Uni Tübingen.

Guter Unterricht, Freude am Lernen, Schülerinnen und Schüler, die bereit sind, sich auch im Homeschooling anzustrengen: Der Schlüssel zu all diesen Zielen, so ein Ergebnis der Studie, liegt im persönlichen Kontakt zu den Lehrern.

Blick über die Schulter einer Lehrerin im Fernunterricht - auf ihrem Laptop die Bilder vieler Schüler in einer Online-Konferenz (Foto: dpa Bildfunk, Rachen Sageamsak)
Eine Möglichkeit, den persönlichen Kontakt beim Homeschooling zu halten: Unterricht per Videokonferenz. Rachen Sageamsak

Dabei sei es gar nicht so wichtig, ob Lehrkräfte sich mit einzelnen Schülern persönlich treffen, oder ob sie selbstgemachte Videos verschicken. Auch ein nicht perfekt gestaltetes Video fördere den Lernerfolg im Distanzunterricht.

Die Mühe der Lehrkraft muss sichtbar sein

Wichtig sei, dass Schüler die eigene Lehrkraft sehen und das Gefühl bekommen, dass sie sich richtig Mühe gegeben habe. Solche Videos seien wirksamer als perfekt gestaltete Lernvideos aus dem Internet.

Kind zuhause  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Einsam zuhause ist es schwer, sich zu motivieren. Da hilft es, wenn man sieht, dass auch die Lehrer sich anstrengen. Picture Alliance

Das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und das Leibniz-Institut für Wissensmedien hatten für die Studie in der ersten Schulschließungsphase rund 3.000 Schüler, fast 2.000 Eltern und 300 Lehrer von weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg befragt.

Bestimmte Elemente des digitalen Unterrichts hätten durchaus Zukunftspotential, so die Tübinger Wissenschaftler. Besonders bedeutsam sei aber immer der regelmäßige persönliche Austausch. Das betreffe sowohl den Kontakt mit Lehrern als auch den mit Mitschülern.

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