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Es sei das abenteuerlichste Jahr in seiner unternehmerischen Laufbahn gewesen, sagte Christian Erbe im SWR-Gespräch. Der Tübinger Medizintechnik-Unternehmer und Präsident der IHK Reutlingen sprach von bis zu 30 Prozent Umsatzrückgang in den Monaten April und Mai.

Inzwischen habe das Unternehmen aber wieder aufholen können. Letztlich habe man rund fünf Prozent des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr eingebüßt.

Christian Erbe von Erbe Medizintechnik am Mikrofon im SWR Studio Tübingen. (Foto: SWR, Petra Geiling)
Christian Erbe beim Gespräch im SWR Studio Tübingen Petra Geiling

Dabei habe sich im Unternehmen selbst niemand mit dem Corona-Virus angesteckt. Acht Personen seien zwar infiziert gewesen, hätten die Krankheit sozusagen von außen ins Unternehmen gebracht. Man habe aber verhindern können, dass diese Infizierten weitere Mitarbeiter anstecken.

Vor Infektionen in der Firma bewahrt

Dafür habe die Geschäftsleitung zum Beispiel alle Beschäftigten in einer Abteilung nach Hause geschickt, wenn eine Person erkrankt war. Die Firma habe die Produktion reduziert und einen Schichtbetrieb eingeführt. Die Hälfte der Belegschaft habe sie ins Homeoffice geschickt.

Kantine blieb offen

Die Firma habe aber bewusst darauf verzichtet, die Kantine zu schließen. Nur externe Gäste habe man nicht mehr eingelassen. Die Sicherheitsbestimmungen in seiner Kantine seien für ihn aber besser kontrollierbar, so Erbe, als die Schlange beim Bäcker nebenan.

Homeoffice in neuem Licht

Ein Fan von Homeoffice sei Erbe früher überhaupt nicht gewesen, sagte er im SWR. Jetzt bezeichnet er es als eine "tolle Maßnahme". Mitarbeiter mit Kindern konnten beispielsweise morgens vor sechs Uhr mit der Arbeit beginnen, und abends noch Aufgaben erledigen, wenn die Kinder im Bett waren.

Künftig anders planen

Im neuen Erbe-Werk in Rangendingen im Zollernalbkreis plane man jetzt weniger Büroflächen ein als ursprünglich vorgesehen. Man gehe davon aus, dass viele Personen im Homeoffice arbeiten werden.

Schild an einem geschlossenen Restaurant (Foto: dpa Bildfunk, Fotokerschi.At / Bayer)
Restaurants gehören zu den Unternehmen, die unter der Pandemie am stärksten leiden. Fotokerschi.At / Bayer

Viele Unternehmen vor dem Aus

Als IHK-Präsident fürchtet Erbe, dass einige Unternehmen in den Kreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb die Pandemie nicht überleben werden. Vor allem um Veranstaltungsunternehmer und Restaurants mache er sich große Sorgen, aber auch um Künstler und um die Reisebranche.

Aus der Krise lernen

Eine Chance sieht er darin, dass die Pandemie die Digitalisierung fast überall vorangetrieben habe. Nun müssten sich die Unternehmen in der Region untereinander noch besser vernetzen. Aus der Pandemie habe man gelernt, was man in Zukunft besser machen könne.

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