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Tübingen will bundesweit Vorreiter in Sachen Klimaschutz sein. Das Ziel heißt: klimaneutral bis 2030. Dafür hat der Gemeinderat am Donnerstagabend ein detailliertes Programm verabschiedet. Es umfasst viele Bereiche des öffentlichen Lebens.

Das Programm sieht drastische Energieeinsparungen vor. Es basiert auf den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität. So könnten alte Ölheizungen durch klimaneutrale Geräte ersetzt werden. Beim Strom setzt die Verwaltung auf Sonne und Wind.

Rathaus Tübingen (Foto: SWR, Anette Hübsch)
Der Gemeinderat im Tübinger Rathaus hat sein Klimaschutzprogramm verabschiedet. Anette Hübsch

Parken wird teurer

Der Individualverkehr wird zurückgedrängt, öffentliches Bus- und Bahnfahren weiter ausgebaut und günstiger. Dafür sollen die Parkgebühren für Anwohner auf bis zu 30 Euro im Monat steigen. Da konnten allerdings einige Fraktionen nicht mitgehen. Nun sieht das Programm zunächst eine Erhöhung auf 10 Euro als ersten Schritt vor.

Umsetzung ungewiss

Doch vermutlich wird nicht alles, was im Klimaschutzprogramm jetzt als Grundsatzentscheidung steht, so umgesetzt. Die Beschlüsse müssen vom Gemeinderat nun ausgearbeitet werden. Ihre konkrete Umsetzung wird dann wieder beschlossen.

Solardach (Foto: dpa Bildfunk, Caroline Seidel)
Die Verwaltung setzt auf Sonnenenergie - der Tübinger Gemeinderat hat dem Klimapaket zugestimmt. Caroline Seidel

Positive Reaktionen

Lob für den Beschluss kam bereits von den Tübinger Jusos und dem Kreisvorstand der Grünen und der Alternativen Liste. Auch die Tübinger Ortsgruppe der Umweltbewegung "Fridays for Future", die während der Gemeinderatssitzung eine Mahnwache vor dem Rathaus veranstaltet hatte, begrüßt die "bundesweit einmalige Entscheidung". Sie finde darin viele ihrer Forderungen wieder.

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