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Bücher, die früher schnell über die Ladentheke gegangen sind, liefert Osiander nun "mit viel Aufwand" aus. Der Chef der Tübinger Osiander-Buchhandlung Christian Riethmüller ärgert sich, dass es in Baden-Württemberg ein Abholverbot im Lockdown gibt.

Buchahndlung Osiander (Foto: SWR)
Christian Riethmüller von der Buchhandlung Osiander in Tübingen

"Ich kann das nicht verstehen", sagte Christian Riethmüller im SWR-Interview. Schließlich sei eine Abholung in fast allen anderen Bundesländern möglich. Fotostudios und Babymärkte hätten geöffnet und Supermärkte dürften sogenannte Nonfood-Sortimente, die normalerweise die Innenstadthändler verkaufen, anbieten. Osiander hätte immer alle Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten. Von daher sei das Verbot nicht nachvollziehbar.

"Maßnahmen sind willkürlich"

Riethmüller kann durchaus nachvollziehen, dass drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nötig seien. "Aber dann sollten die Maßnahmen auch drastisch sein und nicht willkürlich", sagte Riethmüller. So wie es jetzt geregelt ist, sei es nicht gerecht, so der Osiander-Chef.

Osiander wird nach eigenen Angaben in diesem Jahr insgesamt einen Umsatzrückgang verbuchen. "Wenn der Dezember nicht allzu schlimm wird, kommen wir insgesamt, stationär und online, bei 90 Millionen Euro raus", sagte Riethmüller. In der Summe werde man dieses Jahr stationär etwa 12 bis 13 Millionen Euro Umsatz verlieren.

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