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Das Land will einen Innovationspark Künstliche Intelligenz (KI) gründen. Tübingen und Reutlingen wollen dabei sein und sich gemeinsam mit Stuttgart und Karlsruhe darum bewerben. Warum, darüber haben Tübingen und Reutlingen erstmals gesprochen.

Zwei Städte, eine Gemeinderatsitzung und die, wegen Corona, virtuell: Das gab es noch nie. Aber es gehe um ein starkes Signal, betonten die beiden Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und Thomas Keck (SPD).

Künstliche Intelligenz, Roboter (Foto: SWR)
Roboter übernehmen zunehmend mehr Aufgaben in Unternhemen und im Alltag der Menschen.

Städte sehen in KI Zukunftstechnik

Künstliche Intelligenz sei die Zukunftstechnik. Da gelte es Kräfte zu bündeln. Denn alleine hat keine der Städte, was das Land Baden-Württemberg für den Innovationspark will: nämlich 15 Hektar Fläche sowie Forscher und Unternehmen, die KI-Produkte auf den Markt bringen.

Beschluss für Bewerbung in zwei Wochen

Im Oktober hatte der Landtag für das Projekt 50 Millionen Euro freigegeben. Die Städte müssen dieselbe Summe aufbringen. Tübingen will fünf Millionen Euro geben, Reutlingen für sechs Millionen ein altes Industriegebiet baureif machen. Dabei handelt es sich um das Gelände der ehemaligen Spedition Betz. Es gilt als das einzige derzeit verfügbare Industriegebiet zwischen Bodensee und Neckar. Tübingen hat so gut wie keine Flächen mehr und ist deswegen auf die Zusammenarbeit mit Reutlingen angewiesen. Beide Städte hoffen, Firmen und Arbeitskräfte anlocken zu können.

Viel Geld, große Hoffnungen

Sollten Tübingen und Reutlingen mit ihren Plänen für einen Innovationspark zum Zug kommen, wird das für beide Städte ein Kraftakt. Das wurde in der gemeinsamen Gemeinderatssitzung klar. Denn beide Städte kämpfen derzeit mit sinkenden Steuereinnahmen. Das Geld für den Innovationspark wird anderswo fehlen. Wie genau sich die Aufgaben in einem künftigen Innovationspark zwischen Tübingen, Reutlingen, Stuttgart und Karlsruhe verteilen, müsse deshalb genau besprochen werden, hieß es mehrfach. Fast alle Redner aber sahen mehr Chancen als Risiken.

Fast alle Fraktionen für Bewerbung

Alle Tübinger und Reutlinger Gemeinderats-Fraktionen - außer die Linke in Tübingen - begrüßen die Bewerbung für den Innovationspark Künstliche Intelligenz des Landes. Beschlossen wird sie in zwei Wochen.

Das Wirtschaftsministerium hat das Wettbewerbsverfahren zur Standortauswahl für den Innovationspark Künstliche Intelligenz im Dezember 2020 gestartet. Der Innovationspark soll laut Angaben des Ministeriums in diesem Jahr in die Umsetzung gehen und optimale Bedingungen für die KI-Forschung im Land schaffen.

Ministerin: KI-Park soll Folgen der Pandemie überwinden helfen

„Mit einer schnellen Umsetzung des Innovationsparks KI wollen wir einen wirksamen Beitrag leisten, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie möglichst rasch zu überwinden und um Baden-Württemberg bei der KI-Wertschöpfung in eine Spitzenposition zu bringen“, sagte Ministerin Hoffmeister-Kraut.

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