Tiere im Corona-Lockdown angeschafft - und dann nicht mehr gewollt

Kaum noch Platz im Tierheim Reutlingen

STAND

Gegen Langeweile und Einsamkeit haben sich viele im Lockdown Hunde, Katzen oder Kaninchen angeschafft. Einige merken jetzt, dass das Tier nicht zu ihnen passt. Und geben es weg.

Das Reutlinger Tierheim muss derzeit fast 50 Hunde, 100 Katzen und 100 Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen versorgen. Manche der Tiere sind wohl deshalb da, weil in der Corona-Pandemie jemand Sehnsucht nach einem lebendigen Wesen daheim hatte - und dieses Wesen nach dem Lockdown nicht mehr brauchte.

Video herunterladen (5,6 MB | MP4)

Auffällig seien aber auch die vielen Jungkatzen, bei denen man nicht wüsste, wo die Mutter ist oder wo die Jungtiere überhaupt herkommen, so eine Sprecherin des Reutlinger Tierheims.

Versäumte Katzen-Kastration

In anderen Tierheimen wird das auch schon die „Corona-Katzen-Kastrationsdelle“ genannt, weil während des Lockdown weniger Tiere kastriert wurden. Bei den Hunden sei offensichtlich, dass manche während des Lockdowns auf einer Online-Plattform gekauft worden waren und dann wegen Nichtgefallens im Tierheim landeten.

Hunde aus dem Internet

Dieser Tierkauf über Online-Plattformen habe während Corona zugenommen, heißt es im Reutlinger Tierheim. Im Internet könne man sich auch unüberlegt einen Hund anschaffen. Teilweise werde da richtig Geld gemacht, das Tier als Ware behandelt. Und dann stehe man da mit einem Hund, den man vielleicht gar nicht richtig kennengelernt hat - und mit dem man nicht zurechtkomme.

Lange Vorbereitung für künftige Besitzer

Dabei sei gerade bei Hunden ein mehrfacher Wechsel der Bezugsperson besonders schwierig aufzufangen. Im Tierheim brauche dann oft lange, wieder Vertrauen bei dem Tier aufzubauen und eine Basis zu schaffen, mit der man es dann auf eine neue Vermittlung vorbereiten könne. Dabei sei man auch auf Geld- und Futterspenden angewiesen.

STAND
AUTOR/IN