Ziegen und Schafe werden über die Kieswege auf dem Campus Galli geführt (Foto: SWR)

Ausflug ins Mittelalter

Tiere hüten auf der Klosterbaustelle Campus Galli

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Tiere haben im Mittelalter eine wichtige Rolle gespielt. Auf dem Campus Galli bei Meßkirch (Kreis Sigmaringen) gibt es Schafe und Ziegen. Die werden häufig übers Gelände geführt.

Mit einem freudigen Blöken und Meckern wird Tierpfleger Lars am Morgen von den Tieren begrüßt. Die Schafe und Ziegen warten darauf, mit ihm das Campus Galli Gelände zu erkunden. Neben dem Fressen steht für die Tiere auch Wegrandpflege an. Sie knabbern gerne an den stacheligen Brombeersträuchern. Damit die nicht so über die Wege wuchern, lässt Tierpfleger Lars sie ins Unterholz laufen. Bereits im frühen Mittelalter hatten die Tiere eine wichtige Aufgabe. Sie waren überlebenswichtig, als Fleisch- und Rohstofflieferant. Geschlachtet werden die Tiere auf dem Campus Galli nicht, ihre Wolle wird aber zu warmen Mänteln und Umhängen verarbeitet.

Tierhaltung war schon im Mittelalter wichtig

Bis zu 80 Tieren hielten sich die Menschen im Mittelalter. Tierpfleger Lars kümmert sich auf dem Campus Galli um elf Tiere. Das freie Führen der Tiere über das Gelände ist für den gelernten Schäfer kein Problem. Früher war er mit 500 Tieren unterwegs. Mit der kleinen Herde auf dem Campus Galli hat er jahrelang das Führen geübt. Nur mit schnipsen, rufen und pfeifen dirigiert er die Tiere übers Gelände. Manchmal muss er auch den Hirtenstab schwingen. Dann, wenn die Chefziege Linchen etwa einem kleinen, weißen Steinschaf unbedingt zeigen will, wo es ihrer Meinung nach lang geht und das Schaf unsanft boxt.

Tierpfleger Lars muss nicht nur seine Tiere im Auge behalten sondern auch die Besucher (Foto: SWR)
Tierpfleger Lars muss nicht nur seine Tiere im Auge behalten sondern auch die Besucher

Auch die Besucher müssen "gehütet" werden

Seit sechs Jahren führt der Schäfer die Tiere übers Gelände. Wenn es das Wetter zulässt auch täglich. Das ist eine ganz besondere Attraktion für die Besucher der mittelalterlichen Klosterbaustelle. Viele Besucher bleiben stehen und beobachten interessiert Lars mit seinen Tieren. Immer wieder muss der Tierpfleger nicht nur seine Tiere zu sich rufen, sondern auch die Besucher bitten, stehen zu bleiben. Einige versuchen, die Tiere zu streicheln. Das sieht der Tierpfleger nicht so gerne. Häufig muss er auch die Besucher erziehen und ihnen erklären, wie man mit den Tieren richtig umgeht. Wenn die Tiere sich erschrecken, kann es leicht sein, dass die ganze Herde ins Unterholz flüchtet. Nach einer guten Stunde sind die Tiere satt und müde. Lars führt sie durch den Wald auf eine frische Weide. Hier bleiben sie bis zum Abend, bevor es dann in den schindelgedeckten Stall zurückgeht.

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