Prof. Tamam Bakchoul (Mitte) forscht an der Universität Tübingen an den Ursachen der tödlichen Hirnthrombosen nach der Impfung mit Astrazeneca. (Foto: SWR, René Munder)

Gefährliche Nebenwirkung von Astrazeneca-Impfstoff

Tübinger Forscher entwickeln Therapie für Hirnthrombosen nach Corona-Impfung

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Die Uniklinik Tübingen hat nach den Ursachen tödlicher Hirnthrombosen nach der Impfung mit Astrazeneca geforscht. Erstaunlich schnell sind die Wissenschaftler fündig geworden und haben auch eine Therapie entwickelt.

Thrombosen - Gefäßverengungen durch Blutgerinnsel - sind eine extrem seltene, aber sehr gefährliche Nebenwirkung bei Corona-Impfungen mit Astrazeneca. Sie können zwischen dem 4. und 21. Tag nach der Impfung entstehen. Das internationale Forscherteam fand sie in Beinen, Lunge oder Gehirn der Betroffenen.

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Zahl der Blutblättchen nimmt ab

De Tübinger Wissenschaftler haben rund 130 Verdachtsfälle untersucht. Sie konnten nachweisen, dass sich bei den Betroffenen nach der Corona-Impfung die Zahl der Blutplättchen verringert. So kommt es zu den gefährlichen Blutgerinnseln. Doch die Tübinger Forschungsgruppe um Professor Tamam Bakchoul hat eine Diagnostik und eine Therapie entwickelt.

“Die gute Nachricht ist, dass wir durch diese neuen Forschungsergebnisse in der Lage sind, die Thrombose schnell zu diagnostizieren und auch rechtzeitig therapieren zu können.”

Schnelle Hilfe bei Thrombosen

Die Lösung sind spezielle Blutverdünnungsmittel. Schon bei der Untersuchung des Blutes wird getestet, welches am besten anschlägt und die Blutgerinnung hemmt. So kann den Patienten ganz schnell geholfen werden.

Der Impfstoff von Astrazeneca (Symbolbild) (Foto: SWR, Simon Bendel)
Der Impfstoff von Astrazeneca (Symbolbild) Simon Bendel

Noch gibt es offene Fragen

Doch die Tübinger Wissenschaftler fragen sich: Was ist der Auslöser der Thrombosen? Ist es der Impfstoff an sich oder sind das Proteine, die im Rahmen der Impfung entstehen? Das müsse man noch verstehen, sagt Forschungsleiter Professor Bakchoul. Soweit, dass es eine einfache Thrombose-Spritze als Vorbeugung gibt, sind die Forscher noch nicht. In den wenigen Einzelfällen aber können sie den Patienten nun helfen.

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