Eine Labormitarbeiterin bereitet Teströhrchen für einen Corona-PCR-Test vor. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Forderungen nach alternativen Tests werden laut

PCR-Tests knapp: Tuttlingen will Anzahl der Teststationen erhöhen

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Wegen steigender Infektionszahlen sind die PCR-Test-Kapazitäten derzeit knapp. Im Landkreis Tuttlingen wird bereits über eine Erhöhung der Anzahl der Teststationen diskutiert.

Der Tuttlinger Landrat Stefan Bär hat am Donnerstag darüber informiert, wie es angesichts steigender Corona-Neuinfektionszahlen mit den PCR-Testmöglichkeiten im Landkreis weitergehen soll. Bei einem Corona-Verdachtsfall soll ein PCR-Test von den Hausärzten gemacht werden, so Bär. Da sich aufgrund der hohen Fallzahlen derzeit sehr viele Menschen testen lassen, könnten viele Labore im Kreis Tuttlingen nicht mehr untersuchen, ob bei einer Infektion Omikron oder eine andere Virusvariante vorliege.

Drei weitere PCR-Teststationen für Tuttlingen?

Momentan gibt es nur eine Teststation in Dürbheim (Kreis Tuttlingen), bei der Personen mit positivem Schnelltest oder bei rot leuchtender Corona-Warnapp einen kostenlosen PCR-Test machen können. Laut Bär klärt das Tuttlinger Gesundheitsamt derzeit, ob in der kommenden Woche noch drei weitere Teststationen für kostenlose PCR-Abstriche dazukommen könnten: zwei in Tuttlingen und eine in Emmingen-Liptingen. Dafür ist allerdings eine Zulassung durch die Kassenärztlichen Vereinigung nötig.

Lisa Federle bedauert mangelnde Einsetzung von alternativen Tests

Die Tübinger Pandemiebeauftragte Lisa Federle bedauert, dass die PCR-Test-Kapazitäten aktuell nicht ausreichen. Allerdings gebe es Tests, die überhaupt nicht unterstützt oder gefördert würden. Seit April 2021 nutzt Federle selbst ein Gerät, das ein mit dem PCR-Test vergleichbares Testergebnis liefert. Das Gesundheitsamt erkenne den sogenannten NAT-Test auch an. "Nach einem positiven Schnelltest können wir innerhalb von 15 Minuten das Ergebnis überprüfen und sagen, ob jemand positiv ist oder nicht". Für die systemrelevanten Berufe, wie beispielsweise für Mitarbeitende des Deutschen Roten Kreuz' oder in der Klinik, sei dies wichtig, damit es nicht zu Engpässen komme. So müsse niemand ein oder zwei Tage ausfallen, weil das Testergebnis noch nicht da sei. Denn schon innerhalb von 15 Minuten kann der alternative Test zuverlässig Auskunft über den Infektionsstatus geben.

Viele Menschen seien besorgt, wenn sie sich krank fühlten. Deswegen findet Federle es wichtig, dass sie durch einen zuverlässigen Test schnellstmöglich Auskunft bekommen. Sie kann das langsame Vorgehen der Politik nicht nachvollziehen: "Die Politiker haben da halt einfach auch mal wieder nicht reagiert und sich nicht rechtzeitig darum gekümmert. Die Tests werden zwar bezahlt, aber sie werden so schlecht bezahlt, dass es praktisch keiner macht." Die alternativen Test-Geräte hätten schon frühzeitig in Krankenhäusern, im Rettungsdienst oder in Altersheimen zum Einsatz kommen können.

"Wir kriegen Anrufe von anderen Kliniken von überall her, woher wir dieses Gerät hätten und wie das funktioniert"

Verzögerte Corona-Meldedaten

Wegen hoher Fallzahlen und damit verbundener Engpässe bei PCR-Tests und Personal, kann das Robert Koch-Institut (RKI) den maximalen Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland momentan nicht genau bemessen. "Die Größenordnung und die entscheidenden Trends in der epidemiologischen Entwicklung werden jedoch zuverlässig angezeigt", schreibt das RKI im Corona-Wochenbericht.

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