STAND
ONLINEFASSUNG

Laut Verdi haben am Dienstag über 250 Busfahrerinnen und Busfahrer in Reutlingen und Tübingen ihre Arbeit niedergelegt. Bei einer Urabstimmung stimmten viele für weitere Streiks.

Die Gewerkschaft Verdi hat zu dem Warnstreik und der Urabstimmung aufgerufen, weil die Arbeitgeberseite die Tarifverhandlung vor einer Woche abgebrochen hatte. Daher wurde in Reutlingen und Tübingen der Stadtverkehr bis Dienstschluss in der Nacht bestreikt, es fuhren deutlich weniger Busse.

Forderung: Standzeiten bezahlen

Der Ärger über die abgebrochenen Verhandlungen ist bei den Busfahrern und Busfahrerinnen groß. Sie wollen, dass auch die Standzeiten bezahlt werden, die sie im Bus verbringen. Das ist bislang nicht der Fall. Laut Benjamin Stein von Verdi arbeiten die Angestellten teilweise bis zu zwölf Stunden, bekommen aber nur acht bezahlt. Ohne die Standzeiten könnte manche Linie nicht zustande kommen. Auch die Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsschichten sollen erhöht werden, fordert die Gewerkschaft.

Benjamin Stein, Verdi Bezirksgeschäftsführer Fils-Neckar-Alb, erklärt warum und wofür die Urabstimmung ist.

Urabstimmung in Reutlingen-Betzingen

Seit Beginn der Tarifverhandlungen mit dem Verband Baden-Württembergischer Ominbusunternehmen (WBO) war es der zweite Warnstreik der Reutlinger und Tübinger Busfahrer. Sie stimmten in Reutlingen-Betzingen am Dienstagvormittag darüber ab, ob in nächster Zeit auch mehrere Tage hintereinander gestreikt werden soll. Die meisten stimmten mit "Ja". Am Freitag soll das Ergebnis der landesweiten Urabstimmung bekanntgegeben werden.

Busfahrerstreik Reutlingen (Foto: SWR, Magdalena Knöller)
Über 100 Streikende kamen nach Reutlingen-Betzingen zur Urabstimmung. Viele Busfahrer und Busfahrerinnen stimmten für längere Arbeitsniederlegungen. Magdalena Knöller

Tarifvertrag betrifft 9.000 Beschäftigte

Der Streik ging bis in die Nacht. Ein Notfahrplan war eingerichtet, damit zum Beispiel Behindertenschulen oder auch die Kliniken mit dem Bus erreicht werden konnten. Der Manteltarifvertrag betrifft landesweit rund 9.000 Busfahrerinnen und -fahrer. Die Arbeitsgeber haben inzwischen Sondierungsgesprächen für den 12. Juli 2021 zugestimmt. Da soll besprochen werden, wie es mit den Verhandlungen weitergeht, so Verdi.

Mehr zum Thema

Streik der Busfahrer in Reutlingen Benjamin Stein von Verdi fordert bezahlte Standzeiten

Benjamin Stein von Verdi fordert bezahlte Standzeiten  mehr...

Reutlingen

Seit acht Uhr fahren keine Busse mehr Landesweiter Streik im Omnibusgewerbe: auch Reutlingen betroffen

In Reutlingen streiken seit Mittwochmorgen die privaten Omnibusunternehmer. Rund 100 Busfahrer versammelten sich in der Innenstadt zu einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi.  mehr...

Keine Einigung im Tarifstreit Private Busunternehmen in Baden-Württemberg werden bestreikt

In Baden-Württemberg gibt es heute wieder Probleme im Bus-Verkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat die Busfahrerinnen und Busfahrer von privaten Firmen zu Streiks aufgerufen.  mehr...

STAND
ONLINEFASSUNG