Storch im Schnee frisst Eintagsküken (Foto: Karl-Otto Gauggel)

Gelandet, gestanden und plötzlich verschwunden

Winterlinger Storch wird aufgepäppelt

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Ein Storch, der bei Winterlingen aufgetaucht und dann wieder verschwunden ist, wird vom Wildlife Service Zollernalb aufgepäppelt. Er wurde wohl falsch gefüttert und ist geschwächt.

Das notgelandete Tier ist inzwischen beim Wildlife Service Zollernalb und wird dort von Björn Gruner aufgepäppelt. Dem SWR sagte Gruner, dem Storch gehe es nicht wirklich gut, aber er werde wohl überleben. Die letzten Tage, als er neben einer Straße bei Winterlingen-Harthausen stand, sei er unter anderem mit Schlachtabfällen gefüttert worden. Da diese im Schnee lagen, nahm der Storch offenbar zu viel Eis und Schnee zu sich. Das hat ihm nicht gut getan, er spuckte auch Blut.

Gefährliche Verkehrssituation

Björn Gruner hatte mit der Polizei am Dienstagabend besprochen, dass das Tier vom Straßenrand weg und in seine Obhut kommt. Es habe dort in den vergangenen Tagen immer wieder gefährliche Verkehrssituationen gegeben, weil der Storch zu nah an die Straße kam oder sie sogar überquerte. Stundenlang hat Gruner das Tier beobachtet und dann gefangen. Jetzt versucht er zu erreichen, dass der Storch wieder mehr frisst. Zwischen 500 und 800 Gramm Futter brauche er am Tag, aber davon sei er noch weit entfernt. Erst wenn er genügend Kraft habe und auch Wetter und Thermik stimmen, kann er freigelassen werden. Gruner hat schon andere Tiere aufgepäppelt und wieder ausgewildert, zum Beispiel einen Schwan in Tübingen. 2019 gründete er für den Zollernalbkreis den Wildlife Service.

Der in Winterlingen gelandete Storch steht mitten im Schnee (Foto: Karl-Otto Gauggel)
Der Stoch im Schnee bei Winterlingen Karl-Otto Gauggel

Tagelang stand er am Straßenrand im Schnee

Eine Autofahrerin hatte den Storch bei Winterlingen-Harthausen (Zollernalbkreis) entdeckt. Zwei Tage lang stand er nur wenige Schritte von der Straße entfernt im Schnee. Die Frau informierte daraufhin ehrenamtliche Naturschützer der Vogelfreunde Harthausen. Paul Pfaff von den Vogelfreunden stellte fest, dass der Weißstorch nicht verletzt war. Er und seine Kollegen von den Vogelfreunden vermuten, dass der Sturm am Wochenende den Storch dazu zwang, in Winterlingen zu landen.

Der Storch wollte eigentlich nach Frankreich

Wohin er wollte, das ist klar. Denn bei dem Winterlinger Vogel handelt es sich um einen 20 Jahre alten französischen Storch. Die Storchenbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen, Ute Reinhardt, hat das Tier anhand seines Fußringes identifiziert. Derzeit kehren die ersten Störche aus dem Winterquartier in Afrika wieder in ihre angestammten Brutgebiete zurück. Reinhardt vermutet, dass der Winterlinger Storch beim Sturm mit Schnee und Eis von seiner Route abgekommen ist und deshalb auf der Zollernalb landete.

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SWR