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Eigentlich wäre jetzt die Zeit, in der Caspar, Melchior und Balthasar von Tür zu Tür ziehen und den Segen Gottes in viele Häuser bringen. Doch dieses Jahr fällt das traditionelle Sternsingen aus. In manchen Orten in der Region kommt der Segen trotzdem ins Haus.

Eine Familie in Hirrlingen (Kreis Tübingen) darf mit Mühe und Hygienekonzept bis Donnerstag unterwegs sein. Das Ordnungsamt hat es erlaubt. In anderen Orten und Gemeinden sind die Sternsinger 2021 aber anders unterwegs als sonst, um Spenden zu sammeln, nämlich digital: zum Beispiel mit einem Youtube-Video, wie es die Diözese gemeinsam mit der Domsingschule Rottenburg produziert hat und darin zu Spenden aufruft.

Segen und Spendenaufruf per Videotelefonie

Die 16-jährige Josefina Maucher von der Kirchengemeinde St. Josef in Calw möchte per Videoanruf auf dem Handy oder dem Computer den Segen zu den Menschen bringen. Es sei zwar schade, nicht von Tür zu Tür gehen zu können und der persönliche Kontakt fehle, die langen Laufwege vermisse sie aber nicht so sehr, sagte sie dem SWR mit einem Grinsen.

Kreative Lösungen kommen gut an

In einer Videobotschaft lobt Bischof Gebhard Fürst die Kreativität der Sternsinger in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

"Dieses Engagement ist großartig und verdient den größten Respekt. Dafür möchte ich euch ganz herzlich danken. Die Welt wird ein besserer Ort durch euch."

Bischof Gebhard Fürst, Diözese Rottenburg-Stuttgart

Sternsingen von Haus zu Haus wird nachgeholt

Das Sternsinger-Laufen wird in der Seelsorgeeinheit Waldachtal / Pfalzgrafenweiler nachgeholt. Sobald es wieder möglich ist, werden die Sternsinger von Haus zu Haus in Lützenhardt und Salzstetten ziehen. Es ist wichtig, dass die Kinder zu den Menschen gehen, erklärt Pfarrer Anton Romer, um Spenden für arme Kinder weltweit zu sammeln und auf deren Not aufmerksam zu machen.

Eine junge Sternsingerin schreibt mit Kreide Zahlen und Buchstaben auf hölzernen Untergrund. (Foto: dpa Bildfunk, Holger Hollemann)
Einfach mal nachfragen: Viele Kirchengemeinden verteilen Kreide und Aufkleber, um sich den Segensspruch selbst auf die eigene Tür zu schreiben. Holger Hollemann

"Segen to go" ist auch möglich

In fast allen katholischen Kirchengemeinden der Region werden kleine Pakete mit Kreide oder einem Aufkleber für die Tür mit "20 * C+M+B+ 21" ausgegeben, sodass sich jeder, der will, den Segen selbst nach Hause holen kann – als "Segen to go". In Salzstetten, Metzingen und Horb werden die Päckchen von Freiwilligen in die Briefkästen verteilt oder verschickt. 

Video herunterladen (3 MB | MP4)

Höhe der Spenden 2021 ungewiss

Nicht nur den Segen zu den Menschen zu bringen, ist in diesem Jahr eine Herausforderung. Im vergangenen Jahr wurden bei der Sternsingeraktion bundesweit mehr als 50 Millionen Euro Spenden gesammelt. Ob die auch mit Videoanrufen, Türaufklebern und Youtube-Videos zusammenkommen, ist fraglich.

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