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Die Regionalstadtbahn will Pendler vom Auto auf die Schiene locken. Dafür soll die Innenstadtstrecke vom Tübinger Bahnhof zum Technologiepark gebaut werden. Nun haben sich die Gegner erstmals auf die Straße begeben.

Demo gegen Innenstadtstrecke in Tübingen (Foto: SWR, Theresa Krampfl)
Mit gelben Warnwesten und Plakaten gehen die Gegner der Innenstadtstrecke in Tübingen auf die Straße und demonstrieren. Theresa Krampfl

Mit gelben Warnwesten, auf deren Rücken eine durchgestrichene Stadtbahn aufgedruckt ist, zogen die Gegnerinnen und Gegner am Freitagnachmittag die Strecke entlang, die nach den bisherigen Plänen die künftige Strecke der angestrebten Innenstadtbahn werden soll - von der Neckarbrücke durch die Mühlstraße.

Diese Engstellen seien schon jetzt durch den Verkehr verstopft. Fahrradfahrer, Busse, Autos und Fußgänger drängen sich dort zu den Stoßzeiten. Eine Stadtbahn würde diese Situation noch verschlimmern, so Thomas Helle von der Bürgerinitiative gegen die Innenstadtstrecke.

"Das geht durch die engste Stelle der Stadt und es birgt ungeahnte Kostenrisiken."

Ökologische Wirksamkeit der Stadtbahn angezweifelt

Die Demonstration wurde von der Tübinger Liste organisiert. Sie ist gegen die Innenstadtbahn und hält sie auch nicht für ökologisch sinnvoll. Wenn man den Stadtverkehr schnell auf CO2-neutrale Busse umstelle, könnte das nach Meinung der Tübinger Liste mehr fürs Klima bringen als eine Bahn. CO2-neutrale Schnellbusse, die um die Stadt herumfahren statt mittendurch, seien die bessere Lösung, meinen manche. Andere wollen die Stadtbahnstrecke um die Stadt herumführen.

Gutachter hatten sich für Innenstadtbahn ausgesprochen

Ein externer Gutachter hatte sich vor kurzem klar für die Innenstadtbahn ausgesprochen. Sie ist seiner Meinung nach die beste Lösung für Tübingen. Pendlerinnen und Pendler aus dem Umland sorgen dort täglich für Staus. Nur durch die Stadtbahn könne man diese Pendler vom Auto weg bekommen. Denn nur mit einer Regionalstadtbahn, die in Tübingen direkt als Stadtbahn weiter fährt, müssten die Pendler nicht umsteigen.

Man könne die Stadtbahn außen um die Stadt herumführen, wie Gegnerinnen und Gegner argumentieren. Die meisten Menschen würden ohnehin nicht in die Innenstadt wollen, sondern zu ihren Arbeitsplätzen am Klinikum oder im Technologiepark. Sollte die Strecke durch die Innenstadt kommen, bedeute das Baustellen und Chaos.

Bürgerentscheid zur Tübinger Stadtbahn im September

Am Tag der Bundestagswahl, am 26. September, werden die Tübingerinnen und Tübinger per Bürgerentscheid darüber abstimmen, ob sie die Innenstadtstrecke wollen oder nicht. Die Menschen aus dem Umland, die wohl am stärksten von der Stadtbahn profitieren dürften, sind bei der Abstimmung außen vor.

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