Archivschatz aus dem Hotel Alexanderschanze. (Foto: SWR, Sandra Müller)

Stadtarchiv bekommt Bilder und Gästebücher

Erinnerungen an das Hotel Alexanderschanze in Freudenstadt

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An der Alexanderschanze stand eines der berühmten Höhenhotels an der Schwarzwaldhochstraße. Das Stadtarchiv Freudenstadt hat Erinnerungsstücke an das verfallene Hotel bekommen.

Sigrid Gaiser hat dem Stadtarchiv Postkarten und die alten Gästebücher des Hotels vermacht, außerdem Gemälde, die jahrzehntelang in der Gaststube hingen. Ihr Mann hat das Hotel zuletzt betrieben. Es waren die letzten Stücke aus ihrem Keller. Sigrid Gaiser bekommt noch heute leuchtende Augen beim Anblick eines alten Gemäldes einer Schwarzwaldlandschaft, das viele Jahre in der Gaststube der Alexanderschanze hing.

Hotel Alexanderschanze (Foto: SWR, Sandra Müller)
Das alte Bild aus der Gaststube der Alexanderschanze. Sandra Müller

Auch das Militär war im Hotel untergebracht

Jetzt steht das Bild bei Ruth Dörschel im Stadtarchiv vor dem Bücherregal. Auch sie strahlt. Die Alexanderschanze, als einer der höchsten Punkte Freudenstadts auf den Grinden, hat eine ganz exponierte Lage. Lange Zeit habe auch das Militär die Alexanderschanze genutzt. Die Archivarin freut sich, dass das Stadtarchiv nun "diesen ganz besonderen Zipfel Freudenstadts" dokumentieren könne. So sind auch zwei in Leder gebunden Gästebücher ins Archiv gewandert, in denen sich auch Soldaten verewigt haben.

Archivschatz aus dem Hotel Alexanderschanze. (Foto: SWR, Sandra Müller)
Soldaten haben sich 1937 ins Gästebuch eingetragen. Sandra Müller

Verteidigungslinie statt Naturschutzgebiet

Die Soldaten waren 1937 auf der Alexanderschanze nicht als Urlauber, sondern um die Gegend kriegsfest zu machen. Für das Stadtarchiv sind das interessante historische Dokumente. Zuvor seien die Grinden noch als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden, so Ruth Dörschel. Nur wenig später haben die Nationalsozialisten den Ausbau der Alexanderschanze als Teil der Westverteidigungslinie beschlossen.

Zukunft des Gebäudes ist ungewiss

Nach dem Krieg wurde das Hotel auf der Alexanderschanze dann zur renommierten Sommerfrische. Alte Postkarten mit geschwungenen 50er-Jahre-Möbeln zeugen davon. Und noch später verewigen sich ausdauernde Fernwanderer im Gästebuch.

Hotel Alexanderschanze (Foto: SWR, Sandra Müller)
Nach dem Krieg ist das Hotel bei Wanderern beliebt. Sandra Müller

Oft genug hatten die Gäste an langen Winterabenden auch Zeit, detailreiche Bilder ins Gästebuch zu malen. Denn die Winter auf der Alexanderschanze waren oft hart. Bis in den Mai habe dort mitunter Schnee gelegen, erzählt Sigrid Gaiser. Was aus dem verfallenen Hotelgebäude wird, ist übrigens immer noch unklar. Das Gebäude gehört dem Land. Zuletzt hieß es, man wolle es irgendwann mal für den Nationalpark herrichten. Wann das aber sein wird, ist ungewiss.

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