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Wohnraum ist knapp. Die Stadt Tübingen kämpft seit Jahren dagegen. Jetzt will sie Wohnprojekten helfen, die als Genossenschaft bauen. Dazu wird eine städtische Dachgenossenschaft gegründet - die erste in Baden-Württemberg.

Immer mehr Menschen sind laut Stadt bereit, sich mit anderen zusammen zu tun und sich mit Ideen und Zeit beim Bau eines Hauses oder einer Wohnung einzubringen. Doch als Genossenschaft zu bauen ist kompliziert. Oft scheitern Bauprojekte an den rechtlichen Vorgaben. Zudem gebe es häufig finanzielle und organisatorische Probleme. Das ist schade, findet die Stadt Tübingen. Denn gerade genossenschaftliche Wohnungen seien oft langfristig günstig. Die Dachgenossenschaft, für die der Gemeinderat am Donnerstag einstimmig gestimmt hat, soll helfen.

Französisches Viertel Tübingen (Foto: Pressestelle, Stadt Tübingen)
Das Französische Viertel in Tübingen. Hier haben viele Baugruppen gebaut. Pressestelle Stadt Tübingen

Dachgenossenschaft gibt Rat und Geld

Das Angebot richtet sich an kleine Tübinger Baugenossenschaften. Sie sollen von der ersten Projektkonzeption bis zum täglichen Management unterstützt werden. Auch Geld können sie bei der Dachgenossenschaft erhalten. Möglich ist auch, dass ein Bauprojekt ganz unter das Dach der Dachgenossenschaft schlüpft, wie es in einem Flyer heißt. Außerdem ist ein Sozialfonds geplant. Aus dem können Menschen Geld bekommen, die sich den Beitritt in eine Baugenossenschaft andernfalls nicht leisten könnten.

Vorteil einer Genossenschaft

Bislang hat die Stadt ihre Grundstücke an Baugruppen vergeben. So kamen Menschen in Tübingen zu relativ günstigem Wohneigentum. Einige Wohnungen aber sind mittlerweile weiterverkauft oder vermietet worden. Bei Genossenschaften hingegen bleibt das gemeinsame Hausprojekt bestehen, auch dann, wenn jemand das Haus verlässt. Denn Eigentümer ist die Genossenschaft. So könnten Wohnmodelle gesichert werden – etwa für generationenübergreifendes Wohnen.

Eine Millionen Euro will Stadt zahlen

Die Stadt Tübingen will eine Million Euro für die Dachgenossenschaft ausgeben. Außerdem hat das Landeswirtschaftsministerium einen Zuschuss von bis zu 1,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

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