Keltensiedlung Heidengraben erlebbar machen

Baubeginn für keltisches Besucherzentrum auf der Schwäbischen Alb

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Die Schwäbische Alb war einst "Kernland" der Kelten. Daran soll bald eine Touristenattraktion erinnern. Am Donnerstag war Spatenstich für das Heidengraben-Zentrum bei Hülben.

Wo heute die Gemeinden Hülben, Grabenstetten (beide Kreis Reutlingen) und Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen) liegen, befand sich vor 2.100 Jahren das größte keltische Macht- und Siedlungszentrum Europas: der Heidengraben. Noch heute sind Reste der mächtigen Befestigungswerke auf dem 17 Quadratkilometer großen Gelände zu sehen. Im Heidengraben-Zentrum soll das Leben der Kelten auf der Alb gezeigt werden, multimedial aufbereitet.

Das Besucherzentrum Heidengraben. (Foto: SWR, Tobias Rager)
Das Heidengrabenzentrum (hier der Entwurf des Architekturbüros) soll auf 350 Quadratmetern die zahlreichen Facetten keltischen Lebens erfahrbar machen. Tobias Rager

Echte Aussicht und digitaler Blick in die Vergangenheit

Das Zentrum mit begrüntem Dach samt Bistro und Ausstellungsfläche soll sich in das hügelige Gelände einfügen. Besucher können dort multimedial und interaktiv mehr über das Leben der Kelten erfahren. Von einer 18 Meter hohen Aussichtsplattform aus können sie das Heidengraben-Gelände überblicken.

Gemeinsam auf den Weg gemacht

Trotz Kreisgrenzen haben sich die Gemeinden Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler zusammengetan und jahrelang an einem Konzept gearbeitet. Auch die Bürgerinnen und Bürger wurden beteiligt. Es gab eine Machbarkeitsstudie bezüglich Natur- und Umweltschutz, ob der Standort überhaupt für das Heidengraben-Zentrum geeignet ist.

Gespannt wird der Eröffnungsrede in voller Montur gelauscht. (Foto: SWR, Tobias Rager)
Die Festreden zum Spatenstich dauerten fast 90 Minuten. Dem Keltenfürst mit dem Goldhelm dürfte es dabei recht warm geworden sein. Tobias Rager

Unterstützung von Land und Bund

Die Vorarbeit hat sich gelohnt. Bei den Bürgerinnen und Bürgern kamen die Pläne gut an, in den jeweiligen Gemeinderatssitzungen gab es grünes Licht für den Bau des multimedialen Informationszentrums. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 5 Millionen Euro. Den Löwenanteil, nämlich 3,75 Millionen, stemmen Bund und Land im Rahmen des baden-württembergischen Keltenkonzepts.

Die beteiligten Gemeinden hoffen, dass sie künftig nicht nur touristisch, sondern auch wirtschaftlich vom keltischen Erbe profitieren.

Dre Männer in verschiedenen keltischen Monturen. (Foto: SWR, Anne Schmidt)
Von der Keltengruppe Riusiava aus Grabenstetten: Fritz Zeiler als Handwerker, Wolf Göz als Druide, Joe Erbe als Fürst Anne Schmidt

Keltenzentrum: Weder Denkmal noch Museum

Das Heidengraben-Zentrum soll das kulturelle Erbe der Kelten sichtbar machen, hieß es beim Spatenstich. 1.000 Jahre lang, bis kurz vor Christi Geburt, sei der Heidengraben nicht nur ein religiöses Zentrum gewesen, sondern auch ein weltliches mit Handel und Handwerk. Das Heidengraben-Zentrum soll bis zum Frühjahr 2024 fertig gebaut sein.

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