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Das Reutlinger Buskonzept gilt als innovativ. Fahrpläne wurden verdichtet, bestehende Verbindungen verlängert, weite Strecken ohne Umsteigen ermöglicht. Jetzt bangt der Verkehrsclub Deutschland um das Buskonzept.

Die Reutlinger Ortsgruppe des Verkehrsclub Deutschland, kurz VCD, befürchtet, dass das neue Buskonzept wieder zurückgefahren wird. Trotz finanzieller Verluste dürfe das Liniennetzes aber auf keinen Fall eingeschränkt werden, heißt es in einer Mitteilung.

SWR (Foto: SWR)
Der alte Zentrale Omnibusbahn in Reutlingen.

Auto statt Bus in Corona-Zeiten

Das neue Reutlinger Buskonzept sei nach einem halben Jahr durch die Corona-Pandemie ausgebremst worden, so der VCD. Aus Angst vor Ansteckungen seien viele Fahrgäste auf ihr Auto umgestiegen oder wegen Homeoffice und geschlossener Geschäfte ganz zuhause geblieben.

Pandemie beschert 14 Millionen Euro Defizit

Die Pandemie hat dem Reutlinger Stadtverkehr 40 Prozent weniger Fahrgäste und ein Defizit von 14 Millionen Euro beschert. Die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft will deshalb Verbindungen streichen und Taktungen verlängern.

VCD: Neues Liniennetz muss erhalten bleiben

Der VCD fordert, dass die Betreiber klare Zeitrahmen nennen, wann solche Taktdehnungen und Stilllegungen wieder aufgehoben werden. Auf keinen Fall dürfe das neue Liniennetz in seiner Struktur wegen der Pandemiefolgen eingeschränkt werden. Die endgültigen Änderungen sollen Ende März vorliegen und vom Gemeinderat beschlossen werden.

Neues Reutlinger Buskonzept seit 2019

Das neue Reutlinger Buskonzept startete im Herbst 2019. Dazu wurde unter anderem der Fuhrpark von 75 auf 100 Fahrzeuge aufgestockt, das Nachtbus-Angebot erweitert und 100 neue Haltestellen wurden eingerichtet. Zudem gibt es seither mehrere sogenannte Quartiersbuslinien - mit Kleinbussen, die auch Wohngebiete in Hanglagen erreichen.

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