Bei der Ammertalbahn werden zwischen Entringen und Altingen Signalmasten angebracht. Die Masten werden mit einem Hubschrauber an die Bahnstrecke gebracht. (Foto: SWR, Jörg Heinkel)

Bahnstrecke Tübingen-Herrenberg gesperrt

Hubschrauber bringt Signalmasten für Ammertalbahn

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Mithilfe eines Hubschraubers sind auf der Strecke der Ammertalbahn Tübingen-Herrenberg neue Signalmasten montiert worden. Die Strecke wird abschnittsweise zweigleisig ausgebaut.

Ein Hubschrauber flogt am Dienstag unter anderem über Unterjesingen, Entringen und Altingen (Kreis Tübingen) und lieferte rund 37 Signalmasten für die Ammertalbahn an. Seit Jahren wird die Strecke ausgebaut und elektrifiziert. Dafür waren die neuen Masten nötig. Sie regeln das Ein- und Ausfahren der Züge in den zweigleisigen Bereichen. Wie eine Ampel zeigen sie die Farben rot, gelb und grün an. Übersieht der Zugführer beispielsweise das rote Signal, bremst der Zug automatisch ab, sagte der Eisenbahnbetriebsleiter der Ammertalbahn, Thomas Heim.

Hubschrauber den ganzen Tag im Einsatz

Der Hubschrauber hatte am Vormittag bei Unterjesingen mit den Flügen begonnen. Bei Unterjesingen lagerte ein Großteil der Signalmasten. Stück für Stück befestigten Arbeiter die bis zu sechs Meter langen Masten an ein Seil, das am Hubschrauber befestigt war. Vom Lagerplatz flog er zu den jeweiligen Punkten an den Gleisen. Gleisarbeiter nahmen die Signalmasten ab und befestigten sie in Sockel.

Bei der Ammertalbahn werden zwischen Entringen und Altingen Signalmasten angebracht. Die Masten werden mit einem Hubschrauber an die Bahnstrecke gebracht. (Foto: SWR, Jörg Heinkel)
Die Signalmasten lagerten in Tübingen-Unterjesingen. Ein Hubschrauber flog sie Stück für Stück zu verschiedenen Gleisabschnitten der Ammertalbahn. Jörg Heinkel

Ammertalbahn für Pendler wichtig

Viele Berufspendler und Pendlerinnen, Schüler und Schülerinnen sind auf die Ammertalbahn angewiesen. Vor der Pandemie nutzen sie laut Zweckverband ÖPNV im Ammertal knapp 9.000 Fahrgäste täglich. Geschäftsführerin Sarah Wüstenhöfer war bei dem Hubschraubereinsatz dabei. Sie hofft, dass der komplette Ausbau der Ammertalbahn bis Mitte Dezember abgeschlossen ist. Mit dem neuen Fahrplan soll die Ammertalbahn dann wieder in Betrieb gehen, so Wüstenhöfer. Das wäre dann auch der Start des ersten Teils der Regionalstadtbahn Neckar-Alb, mit der die Städte Tübingen und Reutlingen besser mit der Region verbunden werden sollen.

Arbeiten an der Gleisstrecke der Ammertalbahn (Foto: SWR, Jörg Heinkel)
Arbeiter nehmen die Signalmasten entgegen und montieren sie in Sockel Jörg Heinkel

Ukraine-Krieg hat Folgen für Streckenausbau

Nach dem ursprünglichen Plan des Zweckverbandes sollte die Ammertalbahn Mitte September wieder vollständig in Betrieb genommen werden. Vergangene Woche kam dann die Nachricht, das Teile für die Elektrifizierung nicht lieferbar sind und bis voraussichtlich Mitte Dezember zwischen Entringen und Herrenberg keine Züge fahren werden. Es werde allerdings einen Schienenersatzverkehr geben, teilte der Zweckverband mit. Die mit den Ausbauarbeiten betraute Firma habe aufgrund der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs mit erheblichen Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Auf dem Streckenabschnitt Tübingen - Entringen sollen ab Mitte September aber wieder Züge fahren, hieß es.

In den vergangenen Jahren musste die Ammertalbahn mehrmals gesperrt werden. Daher gab es immer wieder Beschwerden, weil die Ersatzbusse längere Fahrzeiten haben und teilweise überfüllt waren.

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