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Vor knapp einem Jahr hat die Corona-Pandemie das Schulleben auf den Kopf gestellt. Wie kommen Lehrer und Schüler inzwischen mit der Situation zurecht? Das Regierungspräsidium Tübingen hatte zu einem Gespräch mit Lehrern eingeladen.

Von den vier teilnehmenden Lehrern verschiedener Schulen kam sowohl Lob als auch Kritik. Der Grundschulrektor und geschäftsführende Schulleiter der Biberacher Schulen, Robert Barthold, berichtet, dass während des ersten Lockdowns viele Familien technisch unterstützt werden mussten.

Mutanten machen Lehrern Sorgen

Auch, wenn man auf den zweiten Lockdown besser vorbereitet war, käme man jetzt an den Grundschulen organisatorisch an die Grenzen, so Barthold. Neben der Notbetreuung müsste der Fern- und der Präsenzunterricht gestemmt werden. Auch wisse man noch nicht, welche Auswirkungen die Mutanten haben werden. Die Lehrer waren sich alle einig, dass es gut ist, dass die Lehrkräfte nun bevorzugt geimpft werden.

Viel dazu gelernt

Matthias Kniese, Berufsschulleiter aus Riedlingen, sagte, die Schulen hätten nach all den Monaten Pandemie viel dazu gelernt. Es habe rund 1.200 Fortbildungen gegeben. Außerdem wurde ein Medienportal eingerichtet mit Unterrichtsmaterialien, auf die alle Lehrer zugreifen können. Der erste Lockdown war wie ein Sprung ins kalte Wasser, erinnert sich Kniese.

"Wir mussten in relativ kurzer Zeit viele Kompetenzen neu erwerben und das hat teilweise einfach auch nicht funktioniert."

Matthias Kniese, Berufsschulleiter aus Riedlingen

Katja Krey, Lehrerin am Reutlinger Friedrich List Gymnasium und Lehrbeauftragte am Tübinger Lehrerseminar, ergänzte, die Digitalisierung habe Lehrer dazu gezwungen, sich mit den zentralen Fragen des Unterrichtens auseinander zu setzen. Egal ob für Fern-, Präzens- oder Hybridunterricht. Für Lehrer gehe es eigentlich immer darum, was guten Unterricht ausmache und wie man die Beziehung zu Schülern herstellen könne.

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