Schrottsammler (Foto: SWR)

Roboter, Raketen und Raumstationen

Schrottsammler aus Jungingen bastelt skurrile Modelle

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Roland Altenburger

Für Alexander Kuricini aus Jungingen (Zollernalbkreis) sind Schrott und Müll viel wert. Der 44-Jährige ist leidenschaftlicher Bastler und baut aus verschiedenen Materialien originelle Modelle.

Roland Altenburger

Im Modellbau geht es oft darum, die Gegenwart oder Vergangenheit in Miniaturausgaben mit Bausätzen nachzustellen. Doch es gibt auch Modellbau-Begeisterte, die die Zukunft fest im Blick haben und dabei Material verwenden, die andere als Schrott oder Müll bezeichnen würden. Genau dies tut Alexander Kuricini in Jungingen im Zollernalbkreis. Ob Roboter, Marsbesiedlung oder futuristische Raketenstartanlagen, alles, was der Modellbauer von der Alb bastelt, gibt es so nicht als Vorlage zu kaufen.

Bastler aus Jungingen (Foto: SWR, Roland Altenburger)
Der Schrottsammler aus Jungingen, Alexander Kuricini, baut aus allen möglichen Teilen seine Skulpturen. Roland Altenburger

Was andere wegwerfen ist für ihn Baumaterial

Kuricini verwandelt zum Beispiel einen ausrangierten Computer in eine Raumstation. Er habe alles mögliche nachhaltig verbaut. "Hier ist ein Eisenbahnwaggon drin. Hier sind Computerteile", erklärt der Bastler. Eine Toffifee-Verpackung hat er auch verarbeitet. Auch Kunststoffplatten aus einer Modelleisenbahn und Kunststoffgetränkedeckel sind verarbeitet. Für den 44-jährigen Landschaftsgärtner sind das wertvolle Materialien und kein Müll. Was andere wegwerfen, ist für ihn Baumaterial und Inspiration.

"Manche Modelle bauen wir in 2-3 Wochen fertig, andere brauchen ein halbes Jahr. Das ist einfach ein tolles Hobby zum Entspannen. Man kann dabei abschalten."

Die Raumstation wird zweimal angemalt. Einmal mit der Airbrush-Pistole und später nochmal mit dem Pinsel. Da es keine Astronauten zu kaufen gibt, haben Kuricini und seine Familie Helme aus Steckennadelköpfen gemacht und diese dann schwarz und weiß angemalt. "Schrottbasteln" sei eine Familienangelegenheit, so der 44-Jährige.

Spielzeug wird repariert und nicht weggeworfen

Seine Frau Susi, eine gelernte Floristin, findet, dass sie sich gut ergänzen. Er habe immer verrückte Ideen und sie finde Gegenstände, die man weiter verarbeiten könne. Zum Beispiel eine Kuchenglocke, die eine tolle Form hat. "Die hat er dann mal als eine Art Gewächshaus für seine Marsanlage genommen", so Susi Kuricini. Manchmal kauft sie auch Joghurt, nur weil der Becher eine tolle Form hat. Auch die Kinder (9 und 13 Jahre) haben ihren Spaß. Sie bauen aus Kartons Schiffe und Burgen. Spielzeug wird bei Kuricinis repariert anstatt weggeworfen.

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