Silberschatz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa, Sven Hoppe)

Silberschatz aus Augsburg vorgestellt

Experte aus Tübingen untersucht römische Münzen

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In Augsburg ist einer der bedeutendsten Funde römischer Silbermünzen vorgestellt worden. Restauriert und dokumentiert wird er nun am Tübinger Institut für Klassische Archäologie.

Mehr als 5.500 Silbermünzen haben Archäologen auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik in Augsburg ausgegraben. Die ältesten Münzen sind fast 2.000 Jahre alt – aus der Zeit Kaiser Neros. Genauer erforschen wird sie nun der Numismatiker Stefan Krmnicek in seinem Institut an der Universität Tübingen. Dort soll in den kommenden zwei bis drei Jahren jede einzelne Münze gereinigt, fotografiert, digital katalogisiert und nummeriert werden.

Münzen sollen Aufschluss über Leben der Römer geben

Besonders die Menge der Silbermünzen mache den Fund für Archäologen bedeutend, so Krmnicek. Er und seine Kollegen erhoffen sich, dass dann Aussagen zum Hintergrund der Silbersammlung möglich sind, die Anfang des dritten Jahrhunderts nach Christus vergraben wurde. Dann können die Forscher Rückschlüsse auf das Leben der Römer im 1. und 2. Jahrhundert nach Christus ziehen. Denn die Münzen dieser Zeit waren im Grunde das Massenmedium der Antike, sagt Krmnicek.

Münzen gehörten vermutlich Person aus der Oberschicht

Die Römer hatten sich vor mehr als 2.000 Jahren auf dem Gebiet der heutigen Stadt Augsburg niedergelassen. Augusta Vindelicum wurde dann einige Zeit später zur Hauptstadt der römischen Provinz Raetia. Die nun entdeckten Münzen stammen zum größten Teil aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus. Der Augsburger Stadtarchäologe Sebastian Gairhos sagte, damals seien bei den Römern solche Silbermünzen 100 oder gar 200 Jahre im Umlauf gewesen. Der Wert der ausgegrabenen Münzen habe etwa elf Jahresgehältern eines Legionärs entsprochen. Krmnicek vermutet, dass die Münzen einer höhergestellten Persönlichkeit gehörten, die im Umkreis des Militärs oder des Handels tätig war.

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