OB-Wahl Reutlingen Keck (Foto: SWR, Fotomontage)

Mehr Ausgaben und weniger Steuereinnahmen wegen Corona

Reutlinger Haushalt in Schieflage

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Das Tübinger Regierungspräsidium hat den Reutlinger Doppelhaushalt beanstandet. Der Gemeinderat muss nun die finanziellen Lücken stopfen. Reutlingens OB Keck ist besorgt.

420 Millionen Euro Einnahmen und Ausgaben sah der Reutlinger Doppelhaushalt jeweils für dieses und nächstes Jahr vor. Ohne Steuererhöhungen sollte das finanziert werden. Doch daraus wird nichts. Die Ausgaben sind wegen der Corona-Pandemie höher als erwartet. Über Steuern kommt weniger in die Stadtkasse, vor allem bei der Gewerbesteuer.

"Corona schlägt uns voll ins Kontor"

Reutlingens OB Keck treibt das Sorgenfalten auf die Stirn. "Corona schlägt uns voll ins Kontor", sagt er im SWR-Interview. Die Entwicklung des Haushalts läuft deswegen nicht planmäßig. Steuereinnahmen blieben hinter den Erwartungen zurück und die Pandemie dauere ja noch an. Die finanzielle Lage sei nicht mehr abgesichert, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Tilgungen könnten nicht mehr geleistet werden.

Regierungspräsidium verhängt Haushaltssperre

Deswegen hat sich das Regierungspräsidium eingeschaltet. Für Reutlingens OB Keck ist das ein harter Schlag. Denn er ist erst seit gut zwei Jahren im Amt und hat jetzt schon eine Haushaltssperre verhängt bekommen.

"Das können Sie sich vielleicht vorstellen, dass es einem damit nicht gut geht".

Reutlingen habe eine strukturelle Schieflage. Seit Jahrzehnten habe die Stadt im Schnitt ein Drittel weniger Gewerbesteuereinnahmen als vergleichbare Städte. Das habe er gewusst, aber dass es sich mit Corona so entwickeln würde, habe ihn dann doch überrascht. Nun werde es Jahre dauern bis Reutlingen aus dieser Katastrophe wieder herauskomme, so Keck.

Einsparmöglichkeiten suchen

Es gibt einen Finanzausschuß der Stadt, der nach Einsparmöglichkeiten sucht. Es handle sich dabei um eine Summe von 6 Millionen Euro. Das Ergebnis müsse Ende dieser Woche vorliegen. Dieser Ausschuß arbeite mit Hochdruck an Lösungen. Gemeinderat soll Anfang Oktober darüber abstimmen.

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