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Die Bilanz nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch fällt für einige Branchen besser aus als für andere. So können Geschäfte in Tübingen und Umgebung je nach Inzidenzwert wieder öffnen - die Kulturbranche muss dagegen noch länger warten.

Auch nach den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch bleibt das öffentliche Leben zum großen Teil eingeschränkt. Eine große Änderung gibt es aber: Je nach Inzidenz kann gelockert werden. Das haben die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen.

Was heißt das für Tübingen und Umgebung?

Für Tübingen heißt das konkret, dass Geschäfte unter bestimmten Voraussetzungen ab Montag wieder öffnen dürfen. Denn ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 pro 100.000 Einwohner ist das nach den neuen Regeln erlaubt. Und diese Voraussetzung erfüllt Tübingen: Der Landkreis meldete am Montag einen Inzidenzwert von 37,8. Im Landkreis Freudenstadt liegt der Wert bei 32,1, also auch weit unter dem Grenzwert. Wie auch im Kreis Reutlingen: Hier liegt der Inzidenzwert bei 44,9.

Horber Oberbürgermeister Rosenberger zufrieden

Der Oberbürgermeister von Horb, Peter Rosenberger, ist zwar nicht überrascht über die neuen klareren Regeln, aber erfreut.

Der Reutlinger Oberbürgermeister Thomas Keck würdigte einerseits die Bemühungen der Bund- und Ländervertreter bei den Beratungen. Auf der anderen Seite sorgt er sich um die Situation der Einzelhändler.

Kulturbranche in Tübingen kommt wieder zu kurz

Außen vor bei der Öffnung bleibt jedoch zunächst die Kulturbranche. Das kritisiert der Tübinger Theaterintendant Thorsten Weckherlin. Er fordert schon länger die Öffnung des Kulturbetriebs und der Schulen. Die Beratungsergebnisse wertete er als nicht ausreichend.

"Ich hätte vielmehr Lust, dass auch die Kanzlerin oder auch die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten Untersuchungen einfach mal ernst nehmen, die sagen: In die Gastronomie, in die Außengastronomie kannst du gefahrlos für eine oder zwei Stunden sitzen. Das gleiche betrifft den Besuch des Theaters."

Thorsten Weckherlin, Theaterintendant in Tübingen

Kritik äußerte Weckherlin vor allem zum "Aufs-Sicht-Stolpern", wie er die Vorgehensweise von Bund und Ländern in der vergangenen Zeit nannte.

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