Bodenbrüter Rebhuhn (Foto: Pressestelle, NABU/Jürgen Podgorski)

Konzept aus dem Kreis Tübingen könnte Vorbild sein

Drohendes Aussterben des Rebhuhns gestoppt

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Ein Projekt zum Schutz von Rebhühnern im Kreis Tübingen war erfolgreich. Über sechs Jahre lang wurden Blühmischungen gesät und Gehölze gestutzt. Nun läuft das Projekt aus.

Das Projekt konnte laut den Beteiligten vorerst verhindern, dass das Rebhuhn im Landkreis Tübingen ausstirbt. Von einer langfristig stabilen Population sei man jedoch noch weit entfernt, sagten zwei Mitarbeiterinnen des Projekts. Um das Rebhuhn zu retten, arbeiteten unter anderem die Initiative "Artenvielfalt im Neckartal", der NABU, Kommunen und Behörden mit Jägern, Landwirten und Naturschützern zusammen.

Die Zeit drängt

Seit den 1980er-Jahren ging die Population des gut getarnten Bodenbrüters im Kreis Tübingen kontinuierlich zurück. Jetzt konnte die Entwicklung erstmalig gestoppt werden. "Noch können wir das Rebhuhn retten. Doch dies geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Zeit drängt!“, sagt Projektleiterin Karin Kilchling-Hink. Dank der Projekts gibt es aktuell 41 Reviere. Damit sei man jedoch von einer langfristig stabilen Population mit zirka 250 Rebhuhnrevieren noch weit entfernt.

Stolz reckt ein Rebhuhn-Hahn seinen Kopf (Foto: Pressestelle, NABU, Michael Eick)
Erwachsene Rebhühner haben eine rostfarbene bis gelbe Kopfzeichnung. Bei Gefahr drücken sie sich flach auf den Boden. Pressestelle NABU, Michael Eick

Gemeinsam gegen den Artenschwund

Bei dem von PLENUM geförderten NABU-Projekt waren im Frühjahr Ehrenamtliche allabendlich unterwegs auf Rebhuhnsuche und Brachflächen für die Brutzeit eingerichtet. Landwirte bereiteten das Saatbett für spezielle Blühmischungen. Naturschutzaktive und Kommunen stutzten zu hoch gewachsene Hecken.

Schutz für Rebhuhn muss weitergehen

Jetzt muss die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Jägerschaft, Kommunen, Politik und Naturschutz für das selten gewordene Rebhuhn weiter intensiviert und verstetigt werden, heißt es in einer Mitteilung. Ende des Jahres läuft das Projekt aus, doch es könnte Vorbild sein für ähnliche Konzepte in Land oder Bund.

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