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Um das Coronavirus einzudämmen, gilt ab Montag ein zweiter Lockdown. Zwar dürfen Läden geöffnet bleiben, doch Bars, Fitnessstudios und Kulturbetriebe müssen schließen. Nicht nur der Intendant des Tübinger Landestheaters ist frustriert.

Der Frust sitzt tief bei den Kulturschaffenden in der Region Neckar-Alb. Der Intendant des Landestheater Tübingen (LTT), Thorsten Weckherlin, hat die neuen Corona-Einschränkungen scharf kritisiert.

"Das ist eine Katastrophe. Das ist auch so unsäglich blöd und falsch. Für mich ist das einfach Quatsch."

Der Intendant des Tübinger Landestheaters Thorsten Weckherlin

Der "Lockdown-Light" sei viel zu hart und völlig undifferenziert. "Das ist ein Schlag ins Gesicht der Zuschauerinnen und Zuschauer", sagte Weckherlin am Mittwochabend in Tübingen. Es bestehe große Gefahr für die Theaterlandschaft. Wenn das so weitergehe, würden die Theater in der Gesellschaft zweitrangig, so der Intendant des LTT.

Theatermacherin fürchtet um ihre Existenz

Ähnlich sieht es Dietlinde Elsässer. Die 65-jährige Tübinger Theatermacherin fürchtet wegen der Corona-Krise schon länger um ihre Existenz.

"Ich bin im Schockzustand. Kultur ist in die Ecke gestellt worden. Das ärgert mich".

Die Tübinger Künstlerin Dietlinde Elsässer

Man habe bei den Veranstaltungen in geschlossenen Räumen immer wieder gelüftet und frische Lust geholt, so Elsässer. Die Leute hätten mitgemacht und seien gerne gekommen.

Französische Filmtage Eröffnung 2020 (Foto: SWR, Roland Altenburger)
Die Französischen Filmtage konnten unter Coronabedingungen beginnen, doch ab Montag werden die Filme nur noch digital gezeigt. Roland Altenburger

Französische Filmtage ab Montag nur noch digital

Auch die Französischen Filmtage trifft das hart. Sie sind am Mittwochabend eröffnet worden. Normalerweise sind die Kinos in Tübingen, Reutlingen, Rottenburg und Stuttgart eine Woche lang gut gefüllt. In diesem Jahr jedoch nicht. Noch bis Sonntagabend dürfen die Kinos eine reduzierte Zahl Zuschauer zulassen, dann ist Schluss. Ab Montag dürfen die Filme nur noch digital gezeigt werden, sagt Andrea Bachmann vom Filmtage-Team. Das sei zwar traurig, doch wenigstens konnte das Festival beginnen.

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