Am Mittwoch wurde der Prozess am Landgericht Tübingen um den Mord einer Mutter in Gechingen (Kreis Calw) fortgeführt. (Foto: SWR, Theresa Krampfl)

Familienangehörige als Zeugen gehört

Prozess am Landgericht Tübingen: Hat Tochter Mutter umgebracht?

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Theresa Krampfl
Theresa Krampfl (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Am Landgericht Tübingen sind Familienangehörige zum mutmaßlichen Mord in Gechingen (Kreis Calw) vernommen worden. Die 48-jährige Tochter soll ihre Mutter getötet haben.

Zur letzten Beweisaufnahme wurden am Mittwochvormittag zwei Familienangehörige sowie ein Gutachter am Landgericht in Tübingen gehört. Die Staatsanwaltschaft wirft der 48-jährigen Frau vor, im Oktober 2021 ihre Mutter gewaltsam getötet zu haben.

SWR-Reporterin Theresa Krampfl war vor Ort:

Mord in Gechingen - war es die Tochter?

Als Zeugen wurden die Schwester des Opfers, also die Tante der Angeklagten und der Cousin der Angeklagten befragt. Die Schwester des Opfers berichtete ausführlich vom kühlen und distanzierten Verhältnis zwischen der Angeklagten und ihrer Mutter. So wollte die Mutter zum Beispiel nicht auf die Hochzeit ihrer Tochter gehen, berichtete die Schwester des Opfers. Ein Gutachter bestätigte das Verhältnis. Er habe in Arztberichten von Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken der Angeklagten gelesen, dass sie unter dem Verhältnis zu ihrer Mutter gelitten hat.

Blaue Flecken: Ein Tathinweis?

Nachdem die 75-Jährige tot aufgefunden wurde, habe ihre Tochter blaue Flecken am Arm gehabt, erzählte die Schwester des Opfers. Diese deuteten ihrer Aussage nach auf Abdrücke von Fingern hin.

Im Prozess kam außerdem ein Gutachter zu Wort: Er berichtete, dass die Tochter von Schmerzmitteln abhängig gewesen sei und unter epileptischen Anfällen litt. Trotzdem sei sie zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt voll schuldfähig gewesen.

Am kommenden Montag sollen die Schlussplädoyers angehört werden.

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