Projekt Regionalstadtbahn: Welche Trassen sind in Pfullingen möglich

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Das Milliarden-Projekt Regional Stadtbahn Neckar-Alb könnte in Pfullingen im Kreis Reutlingen auf zwei Streckenvarianten umgesetzt werden. Eine würde mitten durch die Innenstadt führen, die andere außen auf der alten Trasse entlang, wo ehemals die Echaztalbahn fuhr. Um das Vorhaben für die Bürger greifbarer zu machen, organisierten der Pfullinger Bürgermeister, der Zweckverband Neckar-Alb und die Verantwortlichen des Reutlinger Landratsamts am Donnerstag einen Spaziergang an den möglichen beiden Trassen entlang. Meine Kollegin Luisa Klink war bei dem Spaziergang in die Zukunft dabei:

Noch sind keine Gleise zu sehen – auch der Spaziergang entlang der alten Trasse verlangt eine Menge Vorstellungskraft. Den schnurgeraden Weg säumen zahlreiche Kirschbäume und Sträucher. Auch vereinzelte große alte Kastanien stehen am Wegesrand. Die Vögel zwitschern und man hört das Plätschern der Echaz. Mit Holzpflöcken, Karten und einer grünen Schnur sollen wir ein Gefühl für die beiden Trassen bekommen – wie breit sie werden sollen, wie hoch der Bahnsteig werden könnte. Direkte Anwohner an der alten Trassenvariante wie Renate und Guiseppe Pertosa können vor lauter Sorgen nachts schon nicht mehr schlafen:

O-Ton Kreuz unglücklich

Tatsächlich könnten für die fast zwölf Meter breite Trasse Grundstücke enteignet werden müssen – wenn das auch das letzte Mittel wäre, so der Zweckverband Neckar Alb. Auch die vielen Bäume müssten gefällt werden. Bei der Innenstadttrasse könnte es zwar ebenfalls zu Problemen kommen – beispielsweise wegen der verengten Fahrbahn für den Autoverkehr – dennoch sieht der Pfullinger Bürgermeister Stefan Wörner insgesamt mehr Vorteile für seine Gemeinde bei der Innenstadttrasse.

O-Ton Bürgermeister

Wir marschieren von imaginärer Haltestelle zu Haltestelle und versuchen uns vorzustellen, wie und wo die Stadtbahn 2035 rollen könnte. Und dieses Datum sei noch optimistisch, sagt Lena Hönes Vom Zweckverband Regionalstadtbahn. Denn von neun zu durchlaufenden Stufen des Vorhabens befinde man sich momentan erst bei Stufe eins. Bislang stehe fest, dass beide Varianten möglich seien und sich die Bahn laut Berechnungen lohnen würde. Vorteile gebe es bei beiden:

O-Ton Vorteile

Die Mehrheit auf dem Trassenspaziergang befürwortet die Innenstadtstrecke: die Haltestellen wären im Stadtverkehr besser zu erreichen, die Natur würde geschützt, und manchem fallen noch mehr Gründe ein:

O-Ton Innenstadttrasse

Es hat sich aber auch einer eingeschlichen, der das ganz anders sieht, nämlich aus Sicht der Pendler, die später von der Schwäbischen Alb schnell in Richtung Reutlingen, Tübingen oder Metzingen fahren wollen:

O-Ton Außenstadtstrecke

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