Forscher untersuchen Risiko-Faktoren von Erkrankungen

Demenz eindämmen - Forscher in Tübingen untersuchen Gesundheit der Bevölkerung

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Was beeinflusst die Gesundheit der Bevölkerung? Wie hoch ist das Risiko einer Demenz? Das untersucht seit Neuestem ein Professor mit seinem Institut an der Uniklinik in Tübingen.

Ein Klebezettel mit dem Schriftzug "Herd aus?" klebt als Erinnerung an einem Herd neben den Drehknöpfen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene)
In Deutschland leiden etwa 1,7 Millionen Menschen unter einer Demenzerkrankung. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene

Die Abteilung von Norbert Schmitz untersucht biologische, aber auch psychologische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Faktoren. Die Forscher um den Professor wollen verstehen, was die Ursachen für bestimmte Erkrankungen sind. Welche Rolle spielen Rauchen, Bewegung, Ernährung oder Arbeitsbedingungen? Als konkretes Beispiel nennt Schmitz Demenz-Erkrankungen. Es gebe Risikofaktoren, die ein Drittel aller Fälle betreffe.

"Dazu gehören Übergewicht, Bluthochdruck, mangelnde körperliche Aktivität, Depression, aber auch Einsamkeit. All das findet nicht kurz vor der Demenz, sondern im mittleren Lebensabschnitt statt."

Chronischer Stress macht krank

Man brauche für solche Untersuchungen von ganzen Bevölkerungsgruppen große Datenmengen von bis zu 100.000 Personen, so der Professor im SWR-Interview. In ihren Analysen wollen die Wissenschaftler Zusammenhänge und Muster identifizieren, die Risikofaktoren darstellen können. Neben mangelnder körperlicher Aktivität ist dies auch chronischer Stress.

Laut Norbert Schmitz helfen diese Daten bei der Entwicklung von Leitfäden, die der Gesundheit der Bevölkerung zugute kommen. Es gehe um Prävention, um Volkskrankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Herz-Kreislaufprobleme und Rückenschmerzen zu verhindern.

Forschungen in Kanada

Die neue Professur für Gesundheitswissenschaften an der Universität Tübingen wird vom Carl-Zeiss-Stiftungs-Fonds gefördert, und zwar mit 120.000 Euro. Vor seinem Ruf an die Universität Tübingen forschte und lehrte Schmitz über 17 Jahre in Kanada.

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