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Weltweit Schlagzeilen hat das Tübinger Unternehmen Curevac über das Wochenende gemacht. Es forscht an einem Impfstoff gegen das Coronavirus und ist deswegen heiß begehrt. Kaum vorstellbar, dass Curevac mal ganz klein angefangen hat.

Das Unternehmen im Tübinger Technologiepark erforscht und entwickelt eine völlig neue Art von Medikamenten und Impfstoffen gegen verschiedene Krebsarten und Infektionskrankheiten und zwar auf der Basis des körpereigenen Botenstoffs RNA. Dem Körper soll gezeigt werden, wie er selbst Antikörper gegen ein Virus bilden kann. Ingmar Hoerr gründete vor 20 Jahren mit drei Kollegen die Firma CureVac. Während IT-Firmen oft in Garagen gegründet werden, begann bei Curevac alles bei Hoerr zuhause, erzählt er dem SWR.

Dauer

"Erstmal waren wir in meiner Privatwohnung in meinem Schlafzimmer und haben da versucht eine Unternehmensadresse zu haben. Und dann haben wir einen Antrag an die Uni und an das Land Baden-Württemberg geschrieben, dass wir doch gerne an die Uni wollten. Da gibt es Programme, die junge Existenzgründer fördern, und das haben wir dann auch gewonnen."

Curevac-Gründer Ingmar Hoerr

Wenig Platz für Forschung

Drei Jahre forschte Hoerr mit seinen jungen Kollegen in Räumen der Universität Tübingen. Doch auch dort war Improvisation gefragt. Die drei Firmengründer hatten ein vier Quadratmeter kleines Büro. Die Biologen ein Mini-Labor. Konferenzen wurden in einem Flur vor einem Aufzug abgehalten, der immer wieder auf und zu ging.

Das Tübinger Biotechnologieunternehmen Curevac (Foto: Pressestelle, Curevac)
Das Tübinger Biotechnologieunternehmen Curevac soll einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln. Pressestelle Curevac

Umzug in Tübinger Technologiepark

Die Zahl der Mitarbeiter stieg schnell. 2003 zog Curevac in den Tübinger Technologiepark. 2010 meldete Curevac, dass nach einer ersten Patienten-Studie Erfolge mit ihrer Methode zur Krebsbekämpfung erzielt worden seien. 70 Prozent der Patienten mit Prostata-Krebs hätten auf den Impfstoff reagiert, so das Tübinger Unternehmen damals.

450 Mitarbeiter bei Curevac

Heute beschäftigt Curevac über 450 Mitarbeiter, die meisten am Hauptstandort in Tübingen. Ein weiterer Standort ist in Frankfurt am Main, eine US-amerikanische Tochtergesellschaft in Boston.

Suche nach Corona-Impfstoff

Curevac arbeitet seit Januar mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus.

SAP-Gründer Dietmar Hopp entdeckte früh das Potential von Curevac und steckte bisher rund 145 Millionen in das Unternehmen. Heute ist Hopp Mehrheitseigner am Unternehmen. Der Kurpfälzer Mäzen hat den jüngsten Vorstoß von US-Präsident Trump abgewehrt, sich einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus exklusiv zu sichern.

Auch Microsoft-Gründer Bill Gates investierte 2015 über seine Stiftung 46 Millionen Euro in das Tübinger Unternehmen.

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