STAND

Vor 50 Jahren gelang die erste Datenübertragung mit dem Internet. Als später das World Wide Web öffentlich wurde, war kaum zu ahnen, welchen Nutzen es bringt – und welche Gefahren.

Hilfreiche Daten abrufen, sich schnell informieren, das ist dank Internet selbstverständlich geworden. Genauso selbstverständlich: die Kehrseite der Medaille, also die Vernetzung von Gruppen, die sich nicht um Recht und Gesetz scheren. Dazu gehören beispielsweise Werbeplattformen für Extremisten.

Junge Menschen schützen

Ob Internetseiten per Computer oder Facebook, WhatsApp, Instagram auf Handys - überall versuchen Extremisten zu ködern, einfache Mitglieder für ihre Gruppen ebenso wie Kämpfer oder Attentäter. Dagegen kämpft der Reutlinger Polizist Martin Länge. Als Präventionsspezialist des Polizeipräsidiums klärt er Eltern, Lehrerinnen, Erzieherinnen und Sozialarbeiter über die Gefahren auf und wie man junge Menschen schützen kann.

Musikvideos ziehen offenbar an

Durch seine Arbeit weiß Länge, wie der erste Kontakt mit Extremisten meistens zustande kommt. Es sind Musikvideos, die der Polizist „Einstiegsdroge“ nennt. Organisationen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, versuchen mit Musikvideos zu ködern genauso wie religiöse Extremisten. Ist man via Video erst einmal auf einer Seite gelandet, werden dort auch T-Shirts, Kaffeetassen und Aufkleber verkauft. Die Artikel, erklärte Länge dem SWR, seien meist witzig und die Botschaft erst auf den zweiten Blick erkennbar. Es gehe um ein Wir-Gefühl, das entstehen soll. Dadurch würden vor allem Menschen angesprochen, die auf der Suche nach Anerkennung und Gemeinschaft sind, also auch viele junge Leute.

Mit Kindern reden, sobald sie ein Handy haben

Der Polizist rät Eltern und Erziehern, kritisch zu sein und nachzuhaken, wenn Kinder im Internet unterwegs sind. Vor allem, wenn sie noch im Grundschulalter sind. Ganz wichtig findet Länge, dass man mit Kindern und Jugendlichen über die Gefahren im Netz redet, damit sie Extremismus als solchen erkennen und deren Hassbotschaften einordnen können.

SWR2 Wissen Kein Extremismus im Klassenzimmer

Jugendliche müssen lernen, die perfiden Methoden der Radikalen zu entlarven. Erwachsene sollten ihrerseits Position beziehen - in der Erziehung, in Diskussionen, auf der Straße.  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

STAND
AUTOR/IN