Die Polizei befragt den Thanheimer Priester

Anwohner zugestellt

Priester parkt falsch: Polizei unterbricht Gottesdienst

Stand
Autor/in
Harry Röhrle
Harry Röhrle

In Thanheim (Zollernalbkreis) wurde am Sonntag ein Fest-Gottesdienst von der Polizei unterbrochen. Der Grund: Der Priester und eine andere Person hatten falsch geparkt.

In Thanheim (Zollernalbkreis) haben Polizeikräfte einen Gottesdienst wegen Falschparkens unterbrochen. Die Beamtinnen und Beamten kamen zu einem ungelegenen Zeitpunkt. Ausgerechnet die Feier des Schutzpatrons der Kirche in Thanheim bei Bisingen (Zollernalbkreis) verlief in diesem Jahr nicht wie gewohnt. Es ist einer der wichtigsten katholischen Gottesdienste im 942-Seelen-Dorf.

Während Vikar Cheriyan Menacherry seine Festpredigt hielt, betraten plötzlich zwei uniformierte Polizeibeamte die St.-Ulrich-Kirche. Sie gingen zielstrebig auf den Priester zu. Ein Raunen ging wohl durch die Gemeinde, viele der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher befürchteten Schlimmes.

Priester hat Anwohnerin zugeparkt

Der Polizeieinsatz hatte jedoch einen harmlosen und irdischen Grund. Eine Anwohnerin hat die Notrufnummer gewählt, weil ihr Auto von zwei Fahrzeugen zugeparkt war und sie dringend zur Arbeit musste. Die Polizeibeamten fanden heraus, wer die Fahrzeughalter waren: Priester Menacherry und ein weiteres Gemeindemitglied. Die Polizei konnte aber niemanden erreichen. Also gingen die Beamten in die Kirche und klärten die Sache direkt.

Sofortiges Tätigwerden war notwendig, also haben sich die Polizeibeamten für das mildeste Mittel entschieden: Die Kontaktaufnahme im Gottesdienst.

Schnell konnte die Sache geklärt werden. Andernfalls hätten die Fahrzeuge - auch das Auto des Priesters - abgeschleppt werden müssen. Das wäre teuer geworden. Ein Gemeindemitglied hat das Fahrzeug umgeparkt. Der Gottesdienst konnte dann - so die Polizei wörtlich - "ungestört weitergeführt werden".

Priester und Vikar Cheriyan Menacherry hat zwar einen eigenen Parkplatz. Der werde aber verbotenerweise ständig von anderen Gemeindemitgliedern benutzt, so der Geistliche.

Stand
Autor/in
Harry Röhrle
Harry Röhrle