Kleine Veranstaltung mit großen Themen auf der Zollernalb

Wahlkampf in Winterlingen: Klimaschützer checken Kandidaten

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Was machen Sie für den Klimaschutz? Diese Frage haben Umweltaktivisten der Fridays for Future-Ortsgruppen Albstadt und Sigmaringen an die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen gestellt.

Fridays for Future Wahlveranstaltung (Foto: SWR, Anette Hübsch)
Das junge Moderatorenpaar Hanna Stauß und Mathis Hoheisel von der Fridays for Future-Bewegung bei einer Wahlkampfveranstaltung in Winterlingen (Zollernalbkreis). Rechts daneben sitzen der CDU-Bundestagabgeordnete Thomas Bareiß und der SPD-Bundestagskandidat Robin Mesarosch. Anette Hübsch

Das junge Moderatorenpaar Hanna Stauß und Mathis Hoheisel von der Fridays for Future-Bewegung gibt sich alle Mühe, dass sich die Gäste, also die Bundestags-Kandidaten von FDP, Grüne, CDU und SPD im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen, auf der Kleinkunstbühne in Winterlingen wohl fühlen. Das freut vor allem Thomas Bareiß von der CDU: 

"Ich bin ja in der Höhle des Löwen, bei der Fridays for Future-Bewegung. Doch ich fühle mich wohl, weil ihr ja viele Themen beschrieben habt, die ich auch teile."

Konfrontation mit den Grünen

Beim Thema erneuerbare Energien, wie Solarstrom und Windkraft, geht der 43-Jährige CDU-Politiker auf Konfrontationskurs mit den Grünen. Er brüstet sich mit Erfolgen der Bundespolitik.

"Wir haben schon die Ziele, die die Grünen vor 15 Jahren hatten, übererfüllt. Wir haben schon mehr gemacht, als die vor 15 Jahren gedacht haben. Und 46 Prozent haben wir ganz konkret erneuerbare Energie Strom Anteil jetzt erzielt. Ich finde das schon eine tolle Leistung."

Fehlende Überzeugung beim Klimaschutz

Kopfschütteln gibt es da beim grünen Bundestagskandidaten Johannes Kretschmann. Seiner Meinung nach fehlt der Bundesregierung die Kraft und Überzeugung für mehr Klimaschutz.

"Wir können mit dem, was wir erreicht haben, überhaupt nicht zufrieden sein. Bei der Windkraft beispielsweise in keiner Weise. Es fehlt am politischen Willen. Wir Grüne haben den, weil wir auch diese Konflikte nicht scheuen, die wir damit haben."

Mehr oder weniger staatliche Regulierung?

Auf mehr erneuerbare Energien setzt auch der 30-Jährige SPD-Kandidat Robin Mesarosch. Die FDP setzt auf den Markt als treibenden Motor für Innovationen. Deren Kandidat Stephan Link hält wenig von staatlicher Einmischung und zeigt sich meist pragmatisch - ob beim Thema klimaneutrale Mobilität oder erneuerbare Energien.

"Bei Solaranlagen stellt sich natürlich die Frage, wo es jetzt zur Pflicht werden soll, dass jeder Neubau eine Solaranlage haben soll, ob das Sinn macht? Ich denke da zum Beispiel an den Schwarzwald, an irgendwelche Täler, wo die Sonne nicht so scheint, da sollte man sich fragen, ist das effizient"?

Mit einem strengen Zeitlimit und konkreten Fragen versucht das junge Moderatorenpaar den Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Zollernalb-Sigmaringen konkrete Aussagen und Vorschläge zum Klimaschutz abzuringen. Für die Besucherinnen und Besucher war es nie langweilig, sondern sehr anregend.               

                                                                                                                                            

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