Fehlende wirtschaftliche Perspektive

Weniger Gäste: DEHOGA-Landeschef verkauft Hotel in Pfullingen

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Der Hotelier und Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt, hat sein Hotel in Pfullingen (Kreis Reutlingen) verkauft. Der Betrieb rechne sich nicht mehr.

Das Hotel in der Kaiserstraße mit 55 Zimmern und 90 Betten ist seit über einem halben Jahrhundert in Familienbesitz. Vor 51 Jahren hat die Familie Engelhardt das Hotel gebaut. Ein Großteil der Kunden seien Geschäftsreisende, rund 80 Prozent der Buchungen laufen über Firmen aus Reutlingen. Doch mittlerweile rechnet sich der Betrieb nicht mehr, so Engelhardt. Für die Zukunft sieht er keine Perspektive, den Betrieb gewinn- und serviceorientiert weiterzuführen.

Dehoga-Chef Fritz Engelhardt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Lino Mirgeler/dpa | Lino Mirgeler)
DEHOGA-Chef Fritz Engelhardt sieht keine wirtschaftliche Perspektive für sein Hotel in Pfullingen picture alliance / Lino Mirgeler/dpa | Lino Mirgeler

Andere Nachfrage nach Ende der Pandemie

Der 63-Jährige geht davon aus, dass nach der Pandemie der Geschäftsreiseverkehr mindestens um rund ein Viertel dauerhaft zurückgehen wird. Gleichzeitig entstünden weitere Übernachtungsmöglichkeiten und einige Reutlinger Hotels böten ihre Zimmer zu Niedrigstpreisen an. "Da wollen und können wir nicht mitmachen", so Engelhardt.

Verkauf kein Zeichen für Branche

Sein Haus in Pfullingen könne er nicht ohne Sorge der nächsten Generation überlassen. Deshalb kam für den langjährigen Hotelier nur ein Verkauf in Frage. Den sieht Engelhardt keinesfalls als Signal an seine Branche. Die Entscheidung sei einzig der konkreten Situation in Reutlingen geschuldet. Engelhardt will sich als DEHOGA-Landesvorsitzender weiterhin für die Hotel- und Gaststättenbranche engagieren.

Reha-Klinik für psychisch Kranke

Neue Besitzerinnen des Gebäudes sind die Tochtergesellschaften der Bruderhaus Diakonie und des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg (ZfP): Die Gemeinnützige Gesellschaft für Gemeindepsychiatrie Reutlingen sowie die Gemeinnützige Gesellschaft für Psychiatrie Reutlingen. Sie bieten Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen an. Geplant sind 15 stationäre und zehn ambulante Plätze zur Rehabilitation psychisch Kranker. Außerdem sollen Wohnangebote für rund 20 Menschen entstehen, die kurzfristig nach einem Klinikaufenthalt betreut werden müssen, sagte Geschäftsführer Gerhard Längle dem SWR.

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