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Eine Halle bietet jetzt Stellplätze für 300 Fahrräder - 100 Meter von Gleis 1 am Tübinger Hauptbahnhof. Für die Stadt ist das ein Anfang und Test für mehr Fahrradparkplätze.

Bislang stehen rund um den Bahnhof oft bis zu 1.000 Fahrräder in dafür vorgesehenen Ständern oder auch überall, wo man ein Fahrrad anketten kann. Das soll sich ändern: Der Europaplatz am Tübinger Hauptbahnhof soll ein Platz für die Menschen werden, so die Stadtverwaltung. Und es muss sich jetzt schnell ändern, denn der Europaplatz wird bereits umgebaut. Bald müssen die Ständer der Baustelle weichen.

1,3 Millionen Euro für das Rad-Parkhaus

Die Stadt Tübingen hat die Halle der Bahn abgekauft und umgebaut. Das hat insgesamt gut 1,3 Millionen Euro gekostet, über die Hälfte hat das Land bezahlt. Gebaut wird außerdem unter anderem eine Tiefgarage für über 1.000 Fahrräder. Für sie soll der neue "Radexpress" - er heißt so, weil er in der ehemaligen Expressguthalle eingerichtet wurde - auch ein Test sein, was funktioniert und was vielleicht nicht.

RadExpress (Foto: SWR, Peter Binder)
Noch sind viele Plätze frei. Aber wenn draußen die Bauarbeiten weitergehen und die Radparkplätze dort verschwinden, füllt sich der Radexpress voraussichtlich rasch. Peter Binder

Beispielsweise haben auch deshalb ganze 300 Fahrradständer in die Halle gepasst, weil sie teilweise übereinander angebracht sind. Das läuft zwar über Schienen, die Radler und Radlerinnen hydraulisch dabei unterstützen, ihr Gefährt auf eine höhere Ebene zu bekommen. Oberbürgermeister Palmer (Grüne) hatte beim Vorführtermin aber gewisse Schwierigkeiten.

Parkhaus soll kein Angst-Ort sein

Auch für das Sicherheitskonzept wollen die Macher mit dem "Radexpress" Erfahrungen sammeln, die sie dann bei der Tiefgarage anwenden können. Denn eine Fahrrad-Tiefgarage, in die sich Frauen nicht trauen, weil sie sie als Angst-Ort empfinden, nutzt nichts, meinte Baubürgermeister Cord Soehlke.

Vier Bildschirme zeigen die gesamte Radexpress-Halle (Foto: SWR)
Das Parkhaus soll kein Angst-Ort werden. Deshalb zeigen Monitore schon beim Reinkommen, ob sich drinnen jemand aufhält.

Der Radexpress ist von 23 bis 5 Uhr abgeschlossen. Außerdem wird er per Video überwacht. Monitore am Eingang sollen einen Überblick bis in die hinterste Ecke ermöglichen. Ein Farbkonzept wie in einem Parkhaus für Autos soll dabei helfen, sich zu merken, wo man sein Rad abgestellt hat. Kombiniert ist es mit dem Begriff Fahrrad in vielen europäischen Sprachen, zum Beispiel auf Finnisch.

Tübingen will eine fahrradfreundlichere Stadt werden

In den kommenden Jahren sollen rund um den Tübinger Hauptbahnhof Parkplätze für insgesamt rund 2.000 Fahrräder entstehen. Das ist mehr als aktuell benötigt werden. Aber die Projektplanerin Katrin Korth rechnet damit, dass die neuen sicheren Parkmöglichkeiten viele Pendler bewegen werden, für den Weg vom oder zum Bahnhof künftig das Rad zu nehmen.

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