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Sie treffen sich regelmäßig und planen Aktionen in ganz Deutschland. Seit zwei Jahren gibt es die Bürgerinitiative "Omas gegen rechts". Die Initiatorin kommt aus Nagold (Kreis Calw).

Gemütlich Kaffee trinken, Stricken und den Enkeln Geschichten erzählen - so stellen sich viele die klassische Oma vor. Anna Ohnweiler und ihre Freunde sind da anders. Sie gehen regelmäßig auf die Straße, denn rechtsextremistische Bewegungen lassen ihnen keine Ruhe. Sie fürchten, dass sich die schmerzvolle Geschichte von ihnen und ihren Eltern aus der NS-Zeit wiederholen könnte.

Bewegung kommt aus Österreich

Vor zwei Jahren hat Anna Ohnweiler deswegen die Bürgerinitiative „Omas gegen rechts“ in Deutschland gegründet. Sie und ihre Mitstreiter treffen sich einmal im Monat, tauschen sich aus und planen Aktionen. Die fast 70-jährige hat vor zwei Jahren im Internet gelesen, dass jemand ältere Menschen als „nutzlos“ bezeichnet hat. Das machte sie wütend, denn gerade ihre Generation hat Wichtiges zu sagen, findet sie. "Wir sind diejenigen, die die Auswirkungen des Krieges noch mitbekommen haben", sagte Ohnweiler im SWR-Interview. Weil sie diese Erfahrungen sehr geprägt haben, hat sie die österreichische Bewegung „Omas gegen rechts“ nach Deutschland geholt.

Demonstrationen in ganz Deutschland

Mit ihrer Nagolder Gruppe ist sie auf Demonstrationen in ganz Deutschland unterwegs. Im letzten Jahr sind sie mit ihren „Omas gegen rechts“-Plakaten durch Dresden marschiert und haben Lieder gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit gesungen. Damit wollen sie vor allem eins - Haltung zeigen. Und deswegen sind nicht nur Omas bei der Bewegung dabei, sondern auch Opas wie Helmut Luckert. Der fünffache Opa wünscht sich, dass auch die Jungen mitmachen. Denn für ihn geht es darum, die Demokratie zu verteidigen.

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