Führung an der Neckarumgestaltung. Der Neckar bei Tübingen wurde ökologisch aufgewertet. Es wurde Lebensraum für Tiere und Pflanzen im und am Neckar geschaffen. Das Regierungspräsidium Tübingen hat bei einer Begehung Ergebnisse vorgestellt. (Foto: SWR, Nikolaus Rhein)

Regierungspräsidium zieht positive Zwischenbilanz

Ökologische Umgestaltung des Neckars bei Tübingen war erfolgreich

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Das Regierungspräsidium Tübingen hat ein Zwischenfazit zur Neckarumgestaltung am Tübinger Freibad gezogen. Vor drei Jahren hatte der Landesbetrieb Gewässer dort einen Uferstreifen ökologisch aufgewertet.

500 Meter lang ist der Abschnitt des Neckarufers, der umgestaltet wurde. Viele Jahre waren die Flussufer dort mit Stahlträgern befestigt, die den Lauf des Flusses leiteten. Im Hebst 2019 wurde dieses Stahlkorsett weitgehend abgebaut, die Befestigung des Ufers rückgängig gemacht. Das Ziel: Die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen verbessern. Dazu wurden Inseln angelegt, kleine Landzungen in den Fluss gesetzt, um schnell und langsam fließende Stellen zu bekommen.

Die freizeitliche Nutzung an Gewässern hat stark zugenommen. Um für ein schonendes „Gewässer erleben“ zu sensibilisieren, hat das Regierungspräsidium Tübingen die Kampagne „Kein Stuss am Fluss“ ins Leben gerufen. (Foto: SWR, Nikolaus Rhein)
Das neugestaltete Ufer des Neckar auf Höhe des Tübinger Freibads Nikolaus Rhein

In dem umgebauten Abschnitt kann der Neckar nun wieder natürlicher vor sich hinplätschern. Aus ökologischer Sicht ist das sehr wichtig. Vor allem, weil es in begradigten Gewässern – wie es bis 2019 der Fall war – kaum Rückzugsorte für Fische und andere Lebewesen gibt.

Ökologische Verbesserungen sind messbar

Die erste Zwischenbilanz der Beteiligten fiel nun positiv aus. Die Revitalisierung habe zu messbaren ökologischen Verbesserungen im Neckar geführt. Es gebe wieder mehr Kleinlebewesen im Wasser auch Fische würden von der Umgestaltung des Ufers profitieren.

 Im Zuge der Umgestaltung des Neckars in Tübingen wurden eine als Aufenthaltsbereich genutzten Wiesenfläche durch Sitzstufen aufgewertet. (Foto: SWR, Nikolaus Rhein)
Die neu angelegten Sitzstufen direkt am Neckar Nikolaus Rhein

Müll ist ein Problem

Auch die Uferböschung wurde teilweise umgestaltet. Dort wurden Sitzstufen aus Stein geschaffen und Infotafeln aufgestellt. Das sollte den Fluss für Menschen erlebbarer machen.

Informationstafel auf dem Fischlehrpfad am Neckar in Tübingen. Im Zuge der Umgestaltung des Neckars wurde die Tafel mit Informationen zu Äsche, Bachforelle und Regenbogenforelle aufgestellt. (Foto: SWR, Nikolaus Rhein)
Eine der Infotafeln am umgestalteten Neckarufer Nikolaus Rhein

Seither ist das Neckarufer in diesem Bereich für Besucher wieder viel attraktiver. Viele verbringen bei schönem Wetter ihre Freizeit oder feiern dort. Und diese intensive Nutzung des umgestalteten Abschnitts hat auch ihre Schattenseiten. Vor allem der viele Müll, der achtlos weggeworfen werde, sei ein Problem, so die Verantwortlichen.

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