Christliche, jüdische und islamische Theologie

Bundesweit erster Studiengang über Religionsgrenzen hinweg in Tübingen

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Die Universität Tübingen bietet ab Herbst erstmals ein Studium an, das christliche, jüdische und islamische Theologie verbindet. Nach Angaben der Universität ist das bundesweit einmalig.

Der neue Masterstudiengang in Tübingen heißt laut einer Mitteilung "Theologien interreligiös – Interfaith Studies". Er soll dazu beitragen Judentum, Christentum und Islam besser zu verstehen und Möglichkeiten des Dialogs zu suchen, sagt Ruggero Vimercati Sanseverino vom Zentrum für Islamische Theologie. An dem neuen Studiengang sind deshalb mehrere Institutionen beteiligt: das Zentrum für Islamische Theologie der Uni Tübingen, die Katholisch-Theologische Fakultät sowie die Evangelisch-Theologische Fakultät samt ihrem Seminar für Judaistik.

Der Engel der Kulturen vereint die religiösen Symbole des Judentums, des Christentums und des Islams. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert)
"Engel der Kulturen": Die Figur vereint die religiösen Symbole des Judentums, des Christentums und des Islams. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert

"Dadurch, dass wir den historischen Hintergrund miteinbeziehen und dabei auch die Konflikte zwischen den Religionen nicht ausblenden, wollen wir ein profiliertes Bild entwickeln".

Praktische Ausbildung

Wer das Fach studiert, soll auch für die Praxis ausgebildet werden, heißt es weiter. Künftige Absolventinnen und Absolventen könnten etwa an Schulen gefragt sein, in der Seelsorge, der sozialen Arbeit oder der Politik. Man sei überzeugt davon, dass Studierende des neuen Masterstudiengangs für zahlreiche Berufsfelder hervorragend qualifiziert sein werden, sagt Michael Schüßler von der Katholisch-Theologischen Fakultät in Tübingen.

Neuer Studiengang startet zum Wintersemester

Der neue Studiengang ist laut Universität Tübingen momentan nicht zulassungsbeschränkt und startet zum kommenden Wintersemester. Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2021 einschreiben.

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