Standing Ovation für Manuel Faißt in Baiersbronn (Foto: SWR, Anne Schmidt)

Erste Olympia-Medaille für SV Baiersbronn gefeiert

400 Gäste beim Empfang für Manuel Faißt in Baiersbronn

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Für den Nordischen Kombinierer Manuel Faißt aus Baiersbronn war es ein Olympia-Märchen: ein Start von 0 auf 100. Das wurde jetzt dort gefeiert, wo seine Skikarriere begann.

Die Gemeinde und der Skiverein SV Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) haben am Samstagabend für den Nordischen Kombinierer und Silbermedaillen-Gewinner bei Olympia 2022 eine Feier ausgerichtet. Rund 400 Kollegen, Freunde und Weggefährten kamen, um dem Sportler in der Schwarzwaldhalle zu seinem Olympia-Erfolg in Peking zu gratulieren. Darunter war auch Faißts ehemaliger Schulsportlehrer, der ihn überraschte.

Neues Abiturzeugnis für Manuel Faißt

Joachim Auer, Sportlehrer am Gymnasium, brachte den Nordischen Kombinierer zum Schmunzeln. Denn von ihm bekam er ein neues Abizeugnis überreicht: Aus der "Eins" in Sport wurde eine "Eins Plus". Manuel Faißt habe schon als Schüler eine spezielle Motorik gehabt, sagte Auer.

"Manuel Faißt war schon früher ein Bewegungsökonom. Er hat immer kraftsparend trainiert."

Manuel Faißt erzählt Jens Zimmermann und allen Anwesenden von seinen Erfahrungen bei Olympia in Peking (Foto: SWR, Anne Schmidt)
Manuel Faißt erzählt Moderator Jens Zimmermann und allen Anwesenden in der Schwarzwaldhalle in Baiersbronn von seinen Erfahrungen bei Olympia in Peking.

Olympia in Peking – eine erfolgreiche Premiere

Auf der Bühne schilderte der 29-Jährige den Gästen seine Erlebnisse in Peking. Er sprach auch über das enorme Wechselbad der Gefühle im Vorhinein und während der Winterspiele in China. Denn für die Olympischen Spiele war er zunächst nicht im Kader, obwohl er die Qualifikation bestanden hatte. Weil dann aber zwei Teamkollegen positiv auf Corona getestet wurden, wurde Manuel Faißt kurzerhand nachnominiert – und das mit Erfolg: Im Teamwettbewerb der Nordischen Kombination holte er Silber. Und im Einzel gelang ihm der vierte Platz.

Lobesreden auf Sohn und Vater Klaus Faißt

Bis die ehemaligen Vereinskameraden, Freunde und Weggefährten zum Olympioniken vordringen konnten, mussten sie sich erst einmal gedulden: Zwei Stunden dauerten die Lobesreden der Bürgermeister, Landtagsabgeordneten und Sportfunktionäre – auch auf den Vater Klaus Faißt, Trainer beim SV Baiersbronn. Er hat früher auch seinen Sohn trainiert. Dessen letzte Kilometer bis zur Zielgeraden zu Platz Vier verfolgte er am Smartphone. Denn zu dem Zeitpunkt war er in einer Klinik.

Empfang für Manuel Faißt in Schwarzwaldhalle in Baiersbronn (Foto: SWR, Anne Schmidt)
Rund 400 Gäste kamen zur Feier am Samstagabend in die Schwarzwaldhalle, um den Sportler zu seiner erfolgreichen Olympia-Premiere zu beglückwünschen.

Nicht sein erster Empfang nach Olympia

Manuel Faißt hatte seit seiner Rückkehr aus Peking bereits mehrere Empfänge, unter anderem einen bei Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Sieben Wochen nach den Winterspielen in China genoss er nun die Feier und die Freude in Baiersbronn. Dort wohnen seine Eltern, und dort lebte er selbst 15 Jahre lang.

Manuel Faißt trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein: mit dabei Bürgermeister Michael Ruf. (Foto: SWR)
Die Gemeinde Baiersbronn mit Bürgermeister Michael Ruf ist stolz auf ihren Olympioniken: Manuel Faißt trägt sich ins Goldene Buch von Baiersbronn ein.

Der Erste des SV Baiersbronn mit Olympia-Medaille

Beim Empfang erfuhren die Gäste, dass Manuel Faißt der sechste Olympiateilnehmer aus Baiersbronn war. Er ist der erste Olympionike des SV Baiersbronn, der eine Medaille mitgebracht hat. Jens Gaiser vom SV Mitteltal-Obertal holte 2006 Silber bei den Olympischen Spielen in Turin.

Manuel Faißt lebt heute im Südschwarzwald – in der Gemeinde Oberried (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) in der Nähe von Freiburg. Der Gemeinde Baiersbronn im Nordschwarzwald fühlt er sich nach wie vor verbunden.

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SWR